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Grippewelle rollt: So heftig trifft es München – und was Kranken wirklich hilft

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Volle Wartezimmer in München: Die erste Krankheitswelle hat die Stadt im Griff.

Die Münchner Wartezimmer sind rappelvoll, weil gerade ungewöhnlich viele Menschen erkältet sind. So hart trifft es die bayerische Hauptstadt.

München liegt flach. Ja, viele Leidende husten, schniefen und krächzen gerade. Die Wartezimmer sind rappelvoll – eine fiese Erkältungswelle hat die Stadt überrollt! „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt der Allgemeinmediziner Wolfgang Ritter aus der Sendlinger Praxis Dr.Grassl. Hier seien allein am Montagvormittag 100 Akutpatienten gewesen. Der Münchner Allgemeinmediziner Nikolaus Frühwein warnt zudem: „Die Erkältungswelle ist diesmal ganz extrem – mit schweren Symptomen.“

Schuld ist ausgerechnet der Goldene Oktober, der uns so milde Temperaturen beschert. Morgens und abends ist es aber dennoch schon frostig. Die Temperaturunterschiede innerhalb eines Tages betragen oft bis zu 15 Grad – und viele Münchner sind dafür einfach zu luftig angezogen. Hinzu kommen die Bakterien und Viren, die auf dem Oktoberfest die perfekte Wiese hatten, um sich zu verbreiten.

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„Die vielen Menschen auf engstem Raum sind ein idealer Nährboden“, sagt Nikolaus Frühwein. Er registriert gerade etwa 25 Prozent mehr Patienten als gewöhnlich. Sein Münchner Kollege, der Internist Karlheinz Zeilberger, spricht sogar vom dreifachen Patientenaufkommen im Vergleich zu vor vier Wochen. Frühwein: „Viele haben eine sehr starke und hartnäckige Bronchitis, die – sehr untypisch – oft bis zu drei Wochen andauert und manchmal sogar antibiotikapflichtig ist.“ Und nicht nur die Akut-Patienten sorgen derzeit für lange Wartezeiten: Die Impfsaison für die Grippe (Influenza) ist gerade angelaufen – und die Terminlisten sind voll. „Seit ein paar Jahren lassen sich immer mehr Menschen impfen“, sagt Karlheinz Zeilberger.

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Er ist guter Hoffnung, dass nach den Engpässen der vergangenen Jahre heuer der Impfstoff ausreichen wird. Er selbst hat noch einmal einen Sicherheitszuschlag von 20 Prozent zur ursprünglichen Bestellung bekommen. Sein Kollege, der Impf-Experte Nikolaus Frühwein, beobachtet, dass immer mehr Patienten „aktiv nach Impfungen fragen“. Dies sei wohl ein Zeichen, dass die Aufklärung immer besser werde. Zudem sei es oft so, dass sich nach einem Jahr mit Impfstoffmangel vermehrt Patienten pieksen lassen würden. Die Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Impfen hat bereits im Februar Maßnahmen beschlossen, um Engpässe zu vermeiden.

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„Insofern sehen wir Bayern für die anstehende Grippesaison grundsätzlich gut gerüstet“

Ärzte können seitdem ihren gesamten prognostizierten Bedarf an Impfstoff vorbestellen, in der Vergangenheit waren es laut Landesamt für Gesundheit nur zwei Drittel. Die Hersteller wurden außerdem dazu aufgefordert, genügend Reserven über die Vorbestellungen hinaus bereitzuhalten. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte: „Insofern sehen wir Bayern für die anstehende Grippesaison grundsätzlich gut gerüstet.“ Allerdings sei eine genaue Prognose zur künftigen Impfstoff-Nachfrage nicht möglich. Oder wie es der Münchner Allgemeinmediziner Nikolaus Frühwein sagt: „Eine Bedarfsprognose kann immer nur eine Schätzung sein, Sicherheit gibt es nicht.“

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Gut gewappnet durch die Erkältungssaison

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