Zettelkrieg

"Danke, dass ihr aussprecht...": Nachbarn erkennen gemeinsamen Feind - und tun sich zusammen

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In einem Mehrparteienhaus kann Lärm schnell zur Belastungsprobe werden. (Symbolbild)

Ein gemeinsames Feindbild schweißt zusammen: So scheint es zumindest gerade einigen Nachbarn in einem Berliner Mietshaus zu gehen. Hier die Geschichte.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund - so oder so ähnlich sehen es wohl gerade einige Mieter in einem Haus im Berliner Ortsteil Marzahn. Dort fühlten die Bewohner offensichtlich eine neu erwachte Verbundenheit zueinander, nachdem eine Familie aus dem Haus bestimmte Ärgernisse ansprach.

Nachbarn haben die Schnauze voll - einer nach dem anderen offenbart sein Leid

Ihrem Groll gewährte die Familie über einen Aushang freien Lauf - diesen platzierten sie wohl für alle sichtbar im Gebäude, sodass er nun seinen Weg ins Netz gefunden hat. Der Instagram-Account "notesofberlin" teilte vor Kurzem ein Foto davon. Darin meint die "genervte Familie aus der 9. Etage", wie sie sich selbst bezeichnet, zunächst: "Es wäre schön, wenn sich einige von Ihnen, vor allem in den oberen Etagen, gerne noch einmal mit der Hausordnung auseinandersetzen würden. Hier im Haus wohnen viele Kinder, ältere Leute und Schichtdienst-arbeitende Menschen. Ist es so schwer, die Ruhezeiten einzuhalten?"

Danach beschreibt der Autor, wie abends im Haus gehämmert oder laute Musik mit Bass gespielt wird. Aber eine Sache geht ihm besonders auf den Senkel: "Dieses ständige an der Heizung klopfen, treibt es auf die Spitze." Der Nachwuchs der Familie hätte regelrecht Angst vor dem Lärm und würde sich nicht mehr allein ins Schlafzimmer trauen. "So viel Rücksichtslosigkeit wie in diesem Haus ist uns noch nie über den Weg gelaufen", meint der Schreiber. Zuletzt verweist er noch einmal auf die Mittagsruhe zwischen 13 und 15 Uhr sowie die Zimmerlautstärke, die abends ab 22 Uhr gilt.

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Mit diesem Zettel scheint die Familie aus der 9. Etage sofort einen Nerv zu treffen. Unter dem Text erklären die Nachbarn mit Rotstift: "Genervte Familie aus der 8. Etage unterschreibt das auch!"

Eine weitere Familie macht sich sogar die Mühe einen eigenen Zettel auszudrucken und darunter zu kleben. Darauf heißt es: "Liebe genervte Familie aus der 9. Etage, danke, dass ihr aussprecht, was wir schon lange denken! Ich möchte lediglich ergänzen, dass es nicht nur die oberen Etagen betrifft. Auch hier in der 1. Etage ist ständige Lärmbelästigung ein Problem, genauso wie die Unfähigkeit mancher Menschen, den Müllschlucker ordnungsgemäß zu benutzen und sauber zu halten. Wir möchten nur, dass Sie wissen: Sie sind nicht allein!"

Video: Wie gut kennen Sie ihre Nachbarn?

Übertrieben oder zu Recht? So sehen es Instagram-Nutzer

In den Kommentaren gibt es zu dem Thema jedoch gespaltene Meinungen. Während einige den Autoren zustimmen, dass es manchen Mietern an Rücksicht gegenüber den Nachbarn mangelt, finden andere, dass in Berlin mit Lärm zu rechnen sei - und deshalb akzeptiert werden müsse. Zudem weisen einige Nutzer korrekterweise daraufhin, dass es in der Hauptstadt kein gesetzlich festgelegte Mittagsruhe gibt.

Ob die Familien aus Marzahn mit ihren Zetteln etwas bewirken konnte, ist nicht bekannt.

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