Brennende Elektroautos: Panikmache oder begründete Sorge?

Zu dem Bericht „E-Auto brennt völlig aus“ (Regionalteil):

Warum schaffen es E-Autos in die Schlagzeilen, aber nicht die vielen Benzin- und Diesel-Pkw, die in der Region ausgebrannt sind? Fakt ist, dass E-Autos statistisch gesehen bezogen auf die Zulassungszahl als Messgröße etwa sechsmal weniger häufig brennen. Und doch gelangen sie immer in die Schlagzeilen. So auch der Tesla, über den OVB-Online am 18. November 2019 mit folgender Schlagzeile berichtete: „Luxus-Tesla geht bei Schleching in Flammen auf – Wegen geschmolzener Batterie will keiner das Wrack entsorgen“.

Einige Wochen später stellten sich diese Schlagzeile und die Berichte in der OVB-Printausgabe als Fake-News heraus. Die Batterie des Fahrzeugs war völlig unbeschädigt und konnte wieder verwendet werden. Gebrannt hat das neue Kühlmittel der Klimaanlage, das Mercedes grundsätzlich aus Sicherheitsgründen nicht verwendet. Doch die EU hat den Autoherstellern vorgegeben, dieses Mittel zu verwenden, falls sie kein CO2 verwenden. Weder die schreibenden Journalisten noch die Feuerwehrleute haben sich bei diesem Unfall mit Ruhm bekleckert.

Ein symptomatisches Problem ist jedoch, dass die Medien es nicht für notwendig halten, die veröffentlichten Fake-News für ihre zahlenden Leser richtigzustellen. So auch das OVB. In den Köpfen der Leser bleibt dann die Botschaft: E-Autos sind ja so brandgefährdet, weil brennende Verbrenner nur selten in die Schlagzeilen kommen. Die Leser, die pro Jahr viel Geld für das Zeitungsabonnement ausgeben, erwarten, dass korrekt berichtet wird. Eine Richtigstellung als Respekt vor den Lesern wäre angebracht.

Löblich ist, dass der aktuelle Artikel eine Infobox beinhaltet, die die Schlagzeile relativiert, wobei die Aussage des ADAC unkorrekt ist. Denn E-Autos sind sechsmal weniger brandgefährdet als Verbrenner.

Herbert Sax

Großkarolinenfeld

Am Bericht über das ausgebrannte E-Auto in Bad Feilnbach stört mich der Kommentar: „Angst ist unbegründet“. Trifft das wirklich zu? Ich habe − nicht erst jetzt − den Eindruck, dass sowohl die Medien als auch der ADAC bei jedem E-Auto-Brand versuchen, Ängste in der Bevölkerung zu zerstreuen, nur um ja nicht den Absatz von E-Autos zu gefährden. Auch der Kommentar von ADAC-Technikern, dass E-Autos nicht häufiger brennen als „normale“ Autos, beschreibt nur die halbe Wahrheit. Man muss nicht Pessimist sein, um sich das Horrorszenario vorstellen zu können, wenn ein E-Auto wie in Bad Feilnbach in der Nacht zum Sonntag in der Tiefgarage eines Hochhauses bei eng geparkten Autos zu brennen anfängt. Oft werden die Batterien von E-Autos in der Nacht aufgeladen.

Unbestritten ist die physikalische Tatsache, dass sich Batterien beim (Über)Laden erhitzen und entzünden können, wenn das automatische Abschalten der Stromzufuhr nicht funktioniert. Sprinkleranlagen sind unwirksam, wenn zum Löschen „zehnmal so viel Wasser wie bei normalen Autobränden“ benötigt wird, wie die Feuerwehr sagt. Tiefgaragen sind oft unübersichtlich und der Zugang für die Löschmannschaft nur über eine einzige Zufahrt zu erreichen. Bei den entstehenden Temperaturen von über 1000 Grad dauert es − wie wir seit „Nine-Eleven“ wissen! − nur etwa 90 Minuten, bis Stahlträger durchgeglüht sind und die Statik versagt. Aber selbst wenn es glimpflich abginge und die Gebäudekonstruktion standhielte, was werden danach wohl die Versicherer für die Haftpflichtrisiken bei E-Autos aufschlagen? Fazit: Die Angst ist begründet!

Volkart Rothweiler

Bad Aibling

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