Glosse

Mühldorf: Tutti-Frutti-Corona-Krise – und was der Nikolaus damit zu tun hat

Der Heilige Nikolaus kann zum Vorbild in der Corona-Krise werden.
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Der Heilige Nikolaus kann zum Vorbild in der Corona-Krise werden.

Autor Markus Honervogt weiß, wie die Corona-Krise zu bewältigen ist und was sie mit der Uraltfernsehshow „Tutti Frutti“ gemeinsam hat.

Glosse – Um die zweite Corona-Welle zu beweisen, brauchen wir weder den Virologen Christian Drosten noch unsere neue Nachbarin Frau Inzidenz, noch Superschützer Söder. Den Zweite-Welle-Nachweis erbringt ein Besuch im Supermarkt, aus dem heraus wieder Wagenladungen voller Toilettenpapier rollen. Wie die zweite Klopapier-Welle zu stoppen ist? Natürlich mit St. Nikolaus.

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Der heilige Mann ist absolut pandemiefest und zieht nicht nur in Erharting glücklicherweise auch heuer von Haus zu Haus. Denn seit Jahrhunderten steht er für den Kampf gegen das Virus-Biest. Mit seiner Leibesfülle gibt er ganz natürlich den Mindestabstand vor, der angeklebte Bart erfüllt vollkommen die Anforderungen an einen Mund-Nase-Schutz.

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Sein Knecht Rupprecht rüstet die Rute auf zwei Meter Länge, sodass auch er dank „ruten distancing“ alle Auflagen erfüllt. Und Engel stecken sowieso niemanden an und sind auch in Pandemiezeiten gern gesehene Gäste.

Gilt das Beherbergungsverbot auch an Weihnachten?

Nur aufnehmen sollte ihn niemand, Sie wissen schon, wegen des vor Weihnachten offenkundig seit über 2000 Jahren immer mal wieder geltenden Beherbergungsverbots.

Und eins kann der Heilige nicht: die allgemeine Verwirrung ums Virus stoppen. Wann jetzt Sperrstunde ist und wer in welches Land reisen darf und wie gefährlich das Biest am Ende wirklich ist, und wie gut die Maßnahmen dagegen sind, das bleibt auch dem Nikolaus verborgen.

Das Problem ist: oben ohne

Insofern gleicht die Corona-Pandemie stark der Fernsehsendung „Tutti Frutti“. Sie erinnern sich? Das war der lustige Auftrieb im ganz neuen Privat-TV in den 1980er Jahren, bei dem ab und an ein blanker Busen zu sehen war. Da gab es ganz coronagerecht unterschiedliche Länderpunkte, eine Oberkörper-Maskenpflicht oder eben nicht, Ver- und Enthüllungen und ungezählte sinnfreie Kommentare.

Die Regeln aber hat niemand durchschaut. Damals so wenig wie heute.

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