Wenigstens verletzungsfrei geblieben: Der VfL Waldkraiburg hadert mit Corona

„Wenigstens waren wir in den vergangenen Monaten, in denen die Stadien gesperrt waren, verletzungsfrei!“ VfL-Geschäftsführer Hubert Kamrad trägt‘s mit Humor, dass Corona auch den größten Sportverein weit und breit beutelt. Vor allem um die junge Leute, die jetzt ihren Sport nicht ausüben können, tut es ihm Leid.
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„Wenigstens waren wir in den vergangenen Monaten, in denen die Stadien gesperrt waren, verletzungsfrei!“ VfL-Geschäftsführer Hubert Kamrad trägt‘s mit Humor, dass Corona auch den größten Sportverein weit und breit beutelt. Vor allem um die junge Leute, die jetzt ihren Sport nicht ausüben können, tut es ihm Leid.

„Wenigstens sind wir verletzungsfrei geblieben.“ VfL-Geschäftsführer Hubert Kamrad nimmt‘s mit Galgenhumor, was Corona den Sportlern antut. Langsam kommt der 20 Sparten-Verein wieder in Fahrt, doch vom Regelbetrieb ist der VfL weit entfernt.

Waldkraiburg –Sport ist nicht nur für die Gesundheit gut und macht Spaß. Sportlich aktive Menschen haben auch ein ganz anderes Auftreten und sind selbstbewusster. Davon ist Hubert Kamrad, Geschäftsführer des VfL Waldkraiburg überzeugt. Der VfL – kurz für Verein für Leibesübungen – kann derzeit Corona bedingt nicht allzu viele sportliche Aktionsfelder anbieten. Doch die Lockerungen nehmen langsam Fahrt auf.

„Wenigstens waren wir in den vergangenen Monaten, in denen die Stadien gesperrt waren, verletzungsfrei!“ Hubert Kamrad lacht. Das Problem werden allerdings jetzt, wo von den 20 Sparten, von Aikido über Fußball und Schwimmen bis Volleyball, eine nach der anderen wieder in die Gänge kommt, tatsächlich die Verletzungen sein.

Die Hallen sind nicht Corona-tauglich

„Nicht alle Sportler haben die Pause genutzt, um selbst zu trainieren“, erklärt der passionierte Sportler, der sich als Handballer einen Namen machte. Die ein oder anderen seien alleine gejoggt oder geradelt. Alles nicht ausreichend, um konditionsbedingte ‚Löcher‘ zu vermeiden. „Natürlich können es viele kaum erwarten, wieder in die Vollen zu gehen. Da muss man vorsichtig sein.“

Das Lockerungskonzept umfasst eben auch solche Gesichtspunkte und nicht nur Hygienefragen. Am wichtigsten sei der Abstand von 1,5 Meter auf dem Platz. In die Hallen, die die Stadt betreibt, dürfen die Sportler ohnehin noch nicht hinein. Die Lüftungssysteme hier seien einfach nicht Corona-tauglich, sondern ganz im Gegenteil ‚Virenschleudern‘.

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Alles in Allem nicht sehr einladend für die Mitglieder, denen man allerdings wieder etwas bieten müsse, damit sie nicht abspringen. Bei den im Laufe des Jahres fluktuierenden Mitgliederzahlen zwischen 2.200 und 2.500 hat Hubert Kamrad heuer allerdings keinen Trend nach unten feststellen können. Mit Blick auf die Jugendlichen ist er aber nicht wirklich glücklich. Die machen fast 50 Prozent aller Mitglieder aus.

„Dem Verein geht es doch in erster Linie um die Kids. Die wollen wir von der Straße holen!“ Sportvereine leisten heutzutage wertvolle Erziehungsarbeit. Und die Jugendlichen kommen aktuell nicht wirklich zum Zug. Viele sind im Turnverein engagiert – und der braucht die Halle.

Bald wieder Fußball-Turniere?

Dazu kommen weitere Auflagen seitens der Vereine selbst, die noch mehr auf Nummer sicher gehen wollen. Die Leichtathleten beispielsweise waren zwar die ersten, die wieder im Freien trainieren durften; allerdings sollten die einzelnen Gruppen im Abstand von mindestens 30 Metern aktiv sein. Da wird der Rasen- oder Hartplatz schon etwas „enger“.

Etwas Positives kann allerdings auch Hubert Kamrad vermelden: Vollkontaktsport soll bald wieder erlaubt sein. Dann könnten in absehbarer Zeit auch die kleineren Vereine wieder Fußball-Turniere ausrichten – und nicht nur die Bundesliga. „Die Tendenz geht in die richtige Richtung“, ist sich der VfL-Geschäftsführer sicher, dem auf der anderen Seite jedoch auch der Schutz der Sportler am Herzen liegt, wurde er selbst im eigenen Familienkreis mit der Krankheit und ihren schlimmen Folgen konfrontiert.

Dennoch: Das Leben geht weiter. Und aus Krisen gilt es zu lernen. „Wir müssen selbst einfach besser vorbereitet sein!“ Das gelte sowohl für Sportvereine als auch Regierungen, die aus dem Shutdown Lehren ziehen und am eigenen Krisenmanagement arbeiten sollten. Soviel ist sicher: Viel zu besprechen wird es heuer bei der Jahreshauptversammlung geben, die Corona bedingt verspätet im Oktober stattfindet.

Finanzielle Folgen nicht abschätzbar

Und was die Corona-Krise finanziell dem Verein kosten wird, das steht noch in den Sternen. Abgesehen von den Jahresbeiträgen, die regulär eingezogen wurden, lebt der VfL auch von Turnieren und Wettkämpfen sowie von Werbung in den einzelnen Vereinsmagazinen. Einnahmen, sicher im vierstelligen Bereich, die wegfallen.

„Wir werden sehen, was die Sporthilfe und staatliche Unterstützungsprogramme für uns parat haben werden.“ Doch das ist ein anderes Problem, das ‚sportlich‘ angegangen wird.

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