Fleischportioniermaschinen kommen wieder aus Bruckmühl - TVI GmbH investiert Millionen

Die Bruckmühler Portioniermaschinen sind gefragt und die Geschäftsführer Alois Allgaier (links) und Thomas Völkl stolz auf die Leistung ihres Teams.

Die TVI Entwicklung und Produktion GmbH – der führende Hersteller von Fleischportioniermaschinen – ist wieder zurück in Bruckmühl. Das Unternehmen wurde 2004 im Ortsteil Heufeld vom Bruckmühler Thomas Völkl gegründet. Nach einem „Abstecher“ nach Irschenberg, kehrte er mit einem 17,5-Millionen-Euro-Neubau nun in die Heimat zurück.

Von Johan Baumann

Bruckmühl – 2011 zog Thomas Völkl mit seiner Firma in eine gemietete Halle im Gewerbegebiet Irschenberg-Salzhub um, weil damals in Bruckmühl der Platz fehlte.

Von Bruckmühl aus expandieren

Nun will das Hightech-Unternehmen weiter expandieren – und kehrte dafür in seine „Stammgemeinde“ zurück. „Durch die seit 2017 bestehende Beteiligung der Multivac-Gruppe haben wir über eigene Räumlichkeiten nachgedacht“, erklären die Geschäftsführer Alois Allgaier und Thomas Völkl.

Bei der Vorbereitung des Projektes konnten sie auf die gute Zusammenarbeit mit Bürgermeister Richard Richter und der Verwaltung der Marktgemeinde zählen. Denn: „Es freut uns ungemein, dass die Firma wieder an ihren Ursprungsort zurückgekehrt ist“, betont der Bürgermeister. TVI und Multivac seien eine wertvolle Ergänzung der in der Marktgemeinde vorhandenen Unternehmensvielfalt.

Neuer Mosaikstein im Branchenmix

„Gerade in der momentanen Situation zeigt sich, dass ein guter Branchenmix von Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen am Ort vor den wirtschaftlichen Schwankungen der Märkte schützt“, so Richter. Zudem sagt er mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde: „Die Arbeitsplätze und die zu schaffenden Ausbildungsplätze im Unternehmen sind ein nachhaltiger Aspekt unserer wirtschaftlichen Entwicklung und ein weiterer Mosaikstein für gutes Arbeiten und Lernen in Bruckmühl.“

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Innerhalb von nur zwölf Monaten entstand im Gewerbegebiet „Angerbreite Ost“ im Bruckmühler Ortsteil Sonnenwiechs das neue TVI-Kompetenzzentrum – auf einer Fläche von 9000 Quadratmetern und mit einem Investitionsvolumen von 17,5 Milionen Euro. Am neuen Standort entstanden Räume für Produktion, Entwicklung, Logistik, Verwaltung und Schulung sowie eine Kantine. Das neue Anwendungszentrum wurde auf die Bedürfnisse der Kunden und eigene Testzwecke zugeschnitten.

Das Geheimnis: Alles aus einer Hand

Hier kann bei einer Raumtemperatur von acht Grad Celsius unter Wahrung der Kühlkette der komplette Prozess der Fleischverarbeitung von der Anlieferung bis zum verpackten Endprodukt demonstriert werden. Die erforderliche EU-Zulassung dafür wurde beantragt.

Mit den Hightech-Geräten von TVI portionieren Kunden in etwa 70 Ländern der Welt Fleisch – ganz egal ob Steaks, Schnitzel, Rouladen, Koteletts, Grillfackeln oder Schaschlik. Die Produktpalette umfasst bedarfsgerechte Lösungen für die Arbeitsschritte Temperieren und Frosten, Pressen, Portionieren und Einlegen in Schalen mit anschließender Qualitäts- und Gewichtskontrolle bis hin zur Übergabe der fertigen Portion an die Verpackungsmaschinen. Die werden von Multivac hergestellt. Abgerundet wird das TVI-Leistungsspektrum vom eigenen technischen Kundenservice.

Die Geräte werden vom eigenen rund 20-köpfigen Entwicklungsteam in den Bereichen Elektrik, Mechanik und Software entwickelt und im Haus mit modernster Technik produziert.

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„Unsere Auftragslage ist gut. Weiteres Wachstum sowohl bei der Belegschaft wie auch beim Umsatz ist geplant“, betonen Allgaier und Völkl. Während der Corona-Krise ist es bei TVI weder zu Kurzarbeit noch zu Entlassungen gekommen.

Im Gegenteil: „In diesen Zeiten konnte unser Unternehmen von der florierenden Lebensmittelbranche profitieren“, so die Geschäftsführer. Dem während der Krise gesunkenen Fleischverbrauch in der Gastronomie oder auch in Betriebskantinen habe eine entsprechend höhere private Nachfrage gegenübergestanden.

Auch unter coronabedingten Unterbrechungen von Lieferketten hatte das Unternehmen nicht zu leiden. Der Grund: „Wir haben überwiegend deutsche Lieferanten“, berichtet Völkl. Und so werde auch der Brexit dem Bruckmühler Unternehmen keine größeren Probleme bereiten. Durch die breit gefächerte Länderpalette könnten eventuelle regionale Umsatzeinbußen gut aufgefangen werden.

Die Multivac-Gruppe

Die im Landkreis Unterallgäu (Schwaben) ansässige Multivac-Gruppe ist mit 90 Tochtergesellschaften in 140 Ländern tätig und mit 75 Prozent Mitinhaberin von TVI. Sie erzielt einen Jahresumsatz von circa 1,1 Milliarden Euro und beschäftigt weltweit rund 6400 Mitarbeiter.

•Die TVI Entwicklung und Produktion GmbH hat momentan 130 Mitarbeiter. Das Unternehmen erzielt einen Jahresumsatz von rund 30 Millionen Euro.

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