Interview mit Bandleader und der Sängerin Yinet

Leo Meixner und Cubaboarisch 2.0: Die bayerisch-kubanische Fusion geht weiter

  • vonAndreas Friedrich
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Vor zwei Jahren spielten die „CubaBoarischen“ ihr Abschiedskonzert in Rosenheim, die Fans sagten Servus und Adios. Sänger und Multiinstrumentalist Leo Meixner startete anschließend mit Profimusikern sein neues Projekt „Cubaboarisch 2.0“. Jetzt gibt es ein neues Musikideo von ihm.

Vagen – Die Bläser Marinus Wagner und Philipp Treichl, Percussionist Boris von Johnson, Schlagzeuger Csaba Schmitz sowie Bassist Bernhard Lackner sind mit von der Partie, am Mikro begeistert Sängerin Yinet. Seit ein paar Tagen ist das neue Video im Netz, mit Bildern aus den Alpen und der Karibik und dazu tanzbarem Sound. Leo Meixner fand Zeit für die OVB-Heimatzeitungen und beantwortete einige Fragen.

Lieber Leo Meixner, das neue Musikvideo mit Sängerin Yinet ist ein richtiger Ohrwurm und dazu gibt es tolle Bilder - können Sie etwas zur Produktion sagen ?

Leo Meixner: Wir haben lange an der Produktion des Songs „Dahoam is überoi“ gearbeitet. Unser Ziel war es, diesen neuen besonderen Sound zu kreieren und die Bedeutung des „Dahoam“-Gefühls im Lied herauszuarbeiten. Für unser Musikvideo wollten wir diese Emotionalität in Bildern darstellen. Wir haben mit der „Dan Franzisco Film Produktion“ einen super Partner gefunden, welcher unsere Ideen und Vorstellungen in ein tolles Konzept für ein Video gepackt hat. Der Dreh war einfach ein Riesenspaß. Ganz besonders macht das „Dahoam is überoi“-Video, dass wir Beiträge von Fans und Freunden ins Musikvideo eingebaut haben. Nach unserem Online-Aufruf, uns Videos mit dem Thema Heimat zu schicken, kamen viele Einsendungen, die nun Teil des Clips geworden sind. So sind unsere Fans und Freunde auch Teil des Songs.

Yinet, Sie sind aus Guantanamo und haben auf Kuba Musik studiert. Wie kamen Sie mit den bayerischen Musikern zusammen?

Freude am bayerisch-kubanischen Musikmachen: „Guantanamera“ Yinet Rojas Cardona und Leo Meixner beim Dreh des neuen Musikvideos „dahoam is überoi“.

Yinet: Ich bin eine echte Guantanamera und habe einige Zeit in Varadero als Gitarristin in mehreren Hotels gearbeitet. Bei einem solchen Auftritt mit meiner alten Band habe ich Leo kennengelernt, der mit den Cubaboarischen eine Reise durch Kuba gemacht hat. Damals haben sie ein Konzert für ihre mitgereisten Fans gespielt und da habe ich zum ersten Mal bayerische Volksmusik gehört. Wir haben uns angefreundet und so ist die Idee entstanden, dass wir eine gemeinsame Tournee in Deutschland machen könnten. Es hat super funktioniert und wir haben viel voneinander gelernt. Jeder hat Erfahrung von seiner Musik und Kultur mitgebracht und am Ende ist ein tolles und spannendes musikalisches Produkt dabei herausgekommen.

Bei den Tourreisen habe ich mich in die Kultur, die Jahreszeiten, die Berge, die Sachertorte, das Weißbier und die tollen Menschen verliebt. Außerdem hab ich bei einem Konzert in Salzburg die Liebe meines Lebens gefunden und lebe seit nunmehr vier Jahren in Salzburg. Ich finde, dass die Mischung aus bayerischer und kubanischer Musik sehr gut funktioniert und eine ganz spezielle Mischung ist. Hier werden zwei Kulturen miteinander verbunden, die zwar sehr unterschiedlich sind, aber musikalisch sehr gut harmonieren. Auf der Bühne kann ich unsere Musik so richtig genießen. Ich singe, tanze, spiele die kubanische Tres oder Gitarre und „CubaBoarisch 2.0“ ist so ein wichtiger Teil meines Lebens geworden.Wie läuft das noch recht junge Projekt bisher und wie ergeht es Ihnen in Coronazeiten?

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Leo Meixner: Wir bekommen von Anfang an sehr positives Feedback. Der junge kraftvolle Sound kommt sehr gut beim Publikum an. Dazu vereinen Yinet und ich Kuba und Bayern in Person auf der Bühne. Corona hat uns Musiker sehr hart getroffen. Ein halbes Jahr ohne Auftritte war für uns alle eine große Herausforderung. Wir hoffen, dass die Politik Kulturveranstaltungen wieder möglich macht, damit wir Musiker weiter unseren Beruf ausüben können. Im Dezember treten wir bei der Sternstunden- Gala des Bayerischen Rundfunks auf – natürlich mit unserem Song „Dahoam is überoi“. Da freuen wir uns schon sehr drauf.

Ist irgendwann auch wieder an eine Kubareise gedacht?

Leo Meixner: Wir hatten eigentlich für Herbst dieses Jahres eine Reise mitsamt Filmteam nach Kuba geplant. Yinet und ich wollten von Havanna nach Guantanamo mit dem Zug fahren. Auf dem Weg treffen wir viele interessante Leute. Es soll ein Film über diese spannende Reise entstehen. Mal sehen, wann es wieder möglich ist, diese Reisen sicher zu planen, denn Fernweh nach Kuba hat CubaBoarisch 2.0 ungemein.

Rubriklistenbild: © Ana Baumgart

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