Nachverdichtung in Kerschdorf bereitet Gemeinderat Eiselfing Kopfschmerzen

Diese alte Hofstelle an der Thalhammer Straße in Kerschdorf, ziemlich genau in der Ortsmitte und gegenüber der dörflichen Gastwirtschaft, wird momentan noch von einigen Arbeitern bewohnt. Dem Neubau zweier Mehrfamilienhäuser mit jeweils acht Wohnungen und Tiefgarage würde das Gebäude jedoch weichen müssen.
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Diese alte Hofstelle an der Thalhammer Straße in Kerschdorf, ziemlich genau in der Ortsmitte und gegenüber der dörflichen Gastwirtschaft, wird momentan noch von einigen Arbeitern bewohnt. Dem Neubau zweier Mehrfamilienhäuser mit jeweils acht Wohnungen und Tiefgarage würde das Gebäude jedoch weichen müssen.

Erneut stand der Neubau zweier Mehrfamilienhäuser mit Tiefgaragen und oberirdischen Stellplätzen in der Ortsmitte von Kerschdorf auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung. Und erneut ging es um die Frage, ob die Nachverdichtung ins kleine Dorf passt.

Von Andreas Burlefinger

Eiselfing – Stattgefunden hat zwischenzeitlich ein Gespräch zwischen dem Bürgermeister Georg Reinthaler (Grüne/SPD), dem Bauamtsleiter Lauretius Fischer und Sebastian Pauker junior von der antragstellenden Wohnungsbau GmbH. Herausgekommen ist dabei jedoch lediglich, dass der Antrag unverändert blieb.

Kritikpunkte des Gemeinderates zurückgewiesen

In einem ausführlichen Schreiben, das den Gemeinderäten vorlag, wurden vom Architekten und der Wohnungsbau GmbH die kritisierten Punkte aus der Augustsitzung zurückgewiesen. Beispielsweise sei die Tiefgarage für Kleinbusse geeignet, da die Parkplätze sowohl in der Höhe wie in Breite und Länge entsprechend geplant seien. Zudem führen aus der Tiefgarage Aufzüge in die verschiedenen Stockwerke, was den Zugang zu den einzelnen Wohnungen erleichtere. Oberirdisch gibt es Wendeplätze für Lieferanten oder die Post. Außerdem stünden für Besucher Stellplätze in ausreichender Anzahl zur Verfügung. „Die gesamte Parkplatzsituation entspricht der neuen Eiselfinger Stellplatzordnung. Und wenn sie im ganzen Gemeindegebiet gelten soll, gilt sie auch für diesen Antrag in Kerschdorf.“

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Außerdem ist es zwischenzeitlich durch die Zusammenlegung von zwei Wohnungen zu einer schon um eine Wohnung weniger geworden“ sagte Sebastian Pauker junior als Antragsteller in der Sitzung nach einer Worterteilung durch den Bürgermeister.

Josef Wagner (UWE) wies auf einen anderen Umstand im Zusammenhang mit der Parksituation hin. „Es sind ja nicht die Kleinbusse der Familien, die zu groß für die Tiefgarage sind, sondern wahrscheinlich eher die größeren Dienstfahrzeuge mancher Bewohner, die mit Genehmigung ihres Arbeitgebers damit nicht in die Werkstatt zurückfahren, sondern gleich nach Hause fahren dürfen.“ Manuel Latein (UWE) wollte da aber schon noch wissen, wer die Einhaltung der Stellplatzordnung überhaupt prüft. „Das ist Inhalt der Bearbeitung des Antrages im Landratsamt“, erklärte Bauamtsleiter Fischer dazu.

Immissionsprüfung hat stattgefunden

Ob es im Zusammenhang mit dem Bauantrag schon eine Immissionsprüfung gegeben habe, wollte Johann Herzog (CSU) wissen. Die Erledigung dieses Vorganges konnte ihm der Bauamtsleiter bestätigen. „Die zuständige Behörde hat hier schon zugestimmt.“

Parkplätze sind ein Problem

Johann Herzog (CSU) hatte jedoch noch einen weiteren Gedanken zur Wohnbebauung in Kerschdorf allgemein. „Die Gebäude werden in dem kleinen Ort immer mehr und auch größer. Die Parkplatzsituation wird dabei immer mehr zum Problem für die Lebensqualität der Bürger im Ort“, stellte er bedenklich fest. „Diese Nachverdichtung ist halt landespolitisch auch so gewollt“, war dazu die ebenso nachdenkliche Bemerkung des Bauamtsleiters. Hierzu fügte Sebastian Pauker junior noch eine weitere Information zum Bauvorhaben an „Die beiden geplanten Gebäude versiegeln weniger Fläche, wie es in der jetzigen Bebauung der Fall ist“.

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Bei der Abstimmung gab es dann eine zustimmende Mehrheitsentscheidung für den Antrag. Irmgard Inninger, Josef Wagner, Manuel Latein und Manfred Bierwirth (alle UWE) blieben bei ihrer Ablehnung des Antrages.

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