Radprofi Marcus Burghardt: Erste Rennen nach fast fünf Monaten

Radfahren und mit den Kindern etwas unternehmen: Zwei der Hauptaufgaben von Marcus Burghardt während der Corona-Pause.
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Radfahren und mit den Kindern etwas unternehmen: Zwei der Hauptaufgaben von Marcus Burghardt während der Corona-Pause.

146 Tage ist es her, seitdem Radprofi Marcus Burghardt vom Samerberg sein letztes Rennen bestritten hat. Am 8. März war er noch im belgischen Roeselare beim „Grote Prijs Jean-Pierre Monseré“ an den Start gegangen. Den dortigen 196,8 Rennkilometern schlossen sich vier Monate, drei Wochen und drei Tage ohne Wettkampf an.

Samerberg– Nun darf sich Burghardt wieder im Bewerb messen, denn am Samstag startet der für den Raublinger Rennstall Bora-hansgrohe fahrende Routinier in der Toskana beim „Strade Bianche“ mit Start und Ziel in Siena.

„Die Vorfreude ist riesig“

„Die Vorfreude ist riesig“, sagt Burghardt, „wir Rennfahrer leben dafür, sich im Wettkampf zu messen“. Das war nun knapp fünf Monate lang nicht der Fall. Der Samerberger hat die Zeit genutzt und 13 000 Kilometer in den mehr als vier Monaten abgestrampelt. Die Ruhetage hat er oft am See verbracht, sei es am Chiemsee oder am Tinninger See. „Ich hatte noch nie so eine lange Rennpause und war im Sommer noch nie so lange zuhause wie jetzt. Es war schon toll, in dieser Zeit etwas mit den Kindern zu unternehmen“, sagt der 36-Jährige, der zuletzt mehrere intensive Tests absolviert hat. Ein Vergleich mit der Konkurrenz ist zwar nicht vorhanden, die Tests würden aber zeigen, „dass die Form gut ist“, so Burghardt.

Über zwei Wochen im Höhenzelt geschlafen

Zuletzt hatte er sich im Schlafzimmer ein Höhenzelt aufgebaut, in dem über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen die Nächte verbracht hat. „Ich habe somit immer auf 2300 bis 2500 Meter geschlafen“, erzählt Burghardt.

In Italien stehen für ihn nun drei Rennen in einer guten Woche an. Auf das „Strade Bianche“ folgt am Mittwoch das Eintagesrennen Mailand-Turin, ehe am Sonntag mit Mailand-San Remo ein Klassiker auf dem Programm steht. Das längste Eintagesrennen im internationalen Radsport-Kalender präsentiert sich diesmal aber in anderem Gewand. „Es gibt nur sechs Teamfahrer statt wie sonst sieben, dazu ist die Strecke stark verändert. Lediglich die letzten 35 Kilometer sind gleich geblieben“, erklärt Burghardt. Die Veränderungen sind Folgen der Corona-Pandemie, die auch die Radsportteams weiterhin begleitet: „Es spielt sich wohl alles nur im Teamhotel ab. Wir werden versuchen, abseits der Strecke nur mit dem Team zusammenzubleiben“, schildert der Samerberger die Begleitumstände.

In zwei Rennen im Dienst von Peter Sagan

Seine Chance will er vor allem zum Auftakt der drei Rennen suchen: „Ich möchte im Finale eine Rolle spielen, vielleicht einige Kilometer vor Schluss attackieren“, lautet sein Vorhaben. In den beiden anderen Rennen wird er sich ganz in den Dienst von Peter Sagan stellen. „Das sind Rennen, die ihm liegen, und die wohl erst in Sprint entschieden werden.“ tn

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