Eröffnung der A94: Die neue Autobahn ist eingeweiht - Großes Fest und kleiner Zwischenfall

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Große Feier für die Isentalautobahn zwischen Pastetten und Heldenstein: Am heutigen 30. September wird der neue Abschnitt der A94 eingeweiht. Wir berichten ab 14 Uhr live vom Festakt. Es gab Proteste, einen kleinen Eklat und einen zufriedenen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer.

Update 18.55 Uhr: Vielen Dank fürs Mitlesen auf unserem A94-Liveblog

Der Wagen, mit dem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hier die erste kleine Ausfahrt auf der A94 macht, dürfte ungefähr so alt sein wie die ersten Planungen für die Autobahn. Und nachdem ein möglicher Ausbau der B12 im Jahr 1971 erstmals im Bedarfsplan für Bundesfernstraßen erwähnt worden ist, sollte es noch drei Jahre dauern, bis der heutige Bundesverkehrsminister geboren wurde.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer mit einem Oldtimer auf der neuen A94.

Mit diesem Foto verabschieden wir uns aus unserem Liveblog und danken fürs Mitlesen. In den kommenden Tagen wird es auf OVB-Online.de noch die ein oder andere Geschichte zur A94 geben.

Bis dahin – Fahren Sie mit uns eine Runde auf der neuen Autobahn: 

Update 18.35 Uhr: Erinnerungen eines Spediteurs an die Unfälle auf der B12

Paul Schwarz, ehemaliger Geschäftsführer der Spedition Schwarz, hat mit und au der B12 einiges erlebt. Auch Tragisches:

"Ich kenne die B12 von Mühldorf nach München wie meine Westentasche. Als Geschäftsführer der Spedition Schwarz habe ich einige gravierende Erlebnisse auf dieser Straße bis heute nicht vergessen.

Lastwagenfahrer war damals eine harte Arbeit– schon deshalb, weil die Lastwagen früher noch keine Lenkhilfen hatten. In den 50er-Jahren durften die Lastwagen zum Beispielnoch mit zwei Anhängern fahren, hatten aber teilweise nur 90 bis 120 PS. 

Paul Schwarz.

Wenn am Reichertsheimer Berg zu schwer aufgeladen war, wurde ein Anhänger unten abgestellt, mit einem raufgefahren und oben abgestellt. Dann wurde derandre von unten geholt und oben am Berg wieder zusam-men gestellt. Die Fahrt von München nach Mühldorf konnte so schon rund drei Stunden dauern. Meine Aufgabe war es auch, wenn sich zu später Stunde schwere Unfälle mit unseren Lastwagen ereigneten, rauszufahren und zu sehen, was passiert war.

1976 war einer unserer Fahrer unverschuldet in einen Unfall verwickelt, als ein 18-Jähriger zum Überholen angesetzt hatte und dann mit dem Lastwagen zusammenstieß. Leider verstarb der junge Mann bei diesem Unfall. Nur sechs Wochen später war unser Fahrer wieder in einen tödlichen Unfall verwickelt. Er musste sich in Behandlung begeben. Nach diesem Unfall war die B12 zwei Tage lang gesperrt."

Update 18.25 Uhr: Den Jahreswechsel 2013/14 auf der B12 gefeiert

Markus Honervogt, unser leitender Redakteur in Mühldorf, wird die B12 sicher nicht vermissen. Er hatte das zweifelhafte Vergnügen, den Jahreswechsel 2013 bei einem Unwetter im Auto auf der Bundesstraße zu feiern:

Es war der Silvesterabend 2013 und die inzwischen fast erwachsenen Töchter für das normale Silvestervergnügen im Familienkreis einfach nicht mehr zu haben. So blieb am letzten Abend des Jahres nur die familiäre Flucht nach München, zu Theaterspiel und nächtlicher Flaniermeile.

Anton Tschechows „Kirschgarten“ erfüllte im Schauspielnoch alle Erwartungen, obwohl zum Schrecken der Jüngeren in der Reihe just vor uns die ungeliebte Französischlehrerin saß. Doch sie wahrte die Fassung genau wie wir, zweieinhalb Stunden lang gelang es, jeden Augenkontakt zu vermeiden.

Das Fiasko begann erst nach dem letzten Vorhang: Es regnete in Strömen, ganz München stand unter Wasser. An einen gemütlichen Jahreswechsel auf dem Marienplatz war nicht zu denken, alle Gasthäuser übervoll. So begann kurz nach 23 Uhr die Heimfahrt über die B12. Sie führte bis vor die Ausfahrt Haag, als im Radio auf Bayern 3 der unvermeidliche „FinalCountdown“ das Ende des Jahres unmissverständlich ankündigte. Und 2014 begann wie immer mit dem Donauwalzer.

Da half nur eins: Das Auto auf dem nächsten Parkstreifen gebremst, die Türen so weit aufgerissen wie das Radio und auf der zwar nassen aber menschenleeren B12 den ersten Walzer des Jahres getanzt.

Umfrage zur A94

Wir haben gleich noch ein paar Anekdoten aus der Historie der A94 für euch. Bis dahin: Was haltet ihr eigentlich von dem Megaprojekt?

Wer schon einmal einen Blick in die Vergangenheit und die Entwicklung der Autobahn werfen möchte, kann sich mit unserem Zeitstrahl die Zeit vertreiben:

Update 17.53 Uhr: Zahlen, Daten und Fakten zur A94

Der neue Abschnitt zwischen Pastetten und Heldenstein ist 33 Kilometer lang, die Breite der Fahrbahn beträgt je Fahrtrichtung 10 Meter. Es gibt 4 neue Anschlaussstellen und zwei Parkplätze mit WC.

Für den Bau des neuen A94-Teilstücks wurden 4,5 Millionen Kubikmeter Erdbewegungen durchgeführt.

Die Länge der Lärmschutzanlagen entlang der Autobahn beträgt insgesamt rund 22 Kilometer. 13,6 Kilometer davon sind Lärmschutzwände. 8,3 Kilometer sind Lärmschutzwälle. Auf zwei Dritteln der Strecke ist ein lärmmindernder Fahrbahnbelag aufgebracht.

Für die A94 mussten 65 Brücken gebaut werden, 4 davon sind Großbrücken.

Die Baukosten für den neuen Abschnitt der A94 liegen bei 440 Millionen Euro. Der Staat hat eine Anschubfinanzierung von 215 Milliarden Euro geleistet.

Update 17.17 Uhr: Die Gegner der A94 sind vor allem junge Leute

Einer der jungen Demonstranten gegen den Autobahnbau ist Thomas. Er stand mit ein paar Mitstreitern bei der offiziellen Einweihung etwas abseits hinter einem Zaun. "Ich demonstriere hier gegen die Eröffnung der A94, weil wir eine neue Verkehrspolitik brauchen", sagt er.

Die Verkehrswende müsse "so schnell wie möglich kommen". Man dürfe das Auto nicht mehr feiern, wie es hier bei der Eröffnung von einigen Rednern getan werde. "Wir brauchen Alternativen", sagt Thomas. "Und eine wunderschöne Landschaft mit einem Asphaltstreifen zu zerstören, ist kein Grund zum Feiern."

Update 17.05 Uhr: Stimmen und Stimmung vom Festakt

Der Festakt ist zu Ende, die A94 eingeweiht. Wir haben für euch noch Stimmen von Gästen, Befürwortern und Gegnern eingesammelt, die wir an dieser Stelle nachreichen.

Günther Knoblauch, Vorsitzender des Vereins "Ja zur A94":

"Das ist ein Gefühl, das kann man nicht beschreiben." So drückt Knoblauch seine Freude über die Fertigstellung der Autobahn aus. Jahrzehnte lang hätten er und seine Mitstreiter für die A94 gekämpft. Und zwischenzeitlich habe er schon gar nicht mehr daran geglaubt, dass die Autobahn einmal fertiggestellt werden würde. "Es sind Fakten eingetreten, die unüberwindbar schienen."

Hier gibt es das komplette Videointerview mit Günther Knoblauch:

Update 16.50 Uhr: Das BRK erhofft sich von der A94 eine Entlastung

Florian Ferschmann ist Leiter der BRK-Bereitschaft in Haag. Für die Retter bedeute die A94 "ziemlich viel". Es habe in der Vergangenheit immer viele Einsätze auf der B12 gegeben. "Für uns selbst ist das eine Entlastung", sagt Ferschmann. Auf der B12 ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Unfällen gekommen. In Seit Anfang des Jahrtausends gab es auf der viel befahrenen Bundesstraße mehr als 100 Unfalltote. 

"Ob die B12 zur Rennstrecke wird", könne jetzt noch keiner Abschätzen. Auch wie das Einsatzbild auf der neuen A94 aussehe, könne noch niemand wissen, sagt Ferschmann. Aber er erwartet eine Entlastung für die Einsatzkräfte.

Update 16.39 Uhr: Neue Fotos

Wir haben einige neue Fotos für euch in unserer Bildergalerie. Die Freigabe der Autobahn erfolgt offiziell zwar erst morgen. Aber schon heute macht sich ein kleiner Tross alter Autos auf dem neuen Asphalt zu einer Ausfahrt auf. Die Oldtimer, die extra zur Eröffnung gekommen sind, sind die ersten, die die A94 offziell befahren dürfen.

Bilder: Die Eröffnung der Autobahn A94

Update 16.20 Uhr: Die Demonstranten bleiben unversöhnlich

Im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen sagt Jannick, einer der Demonstranten: "Ich stelle mich ganz klar gegen die Autobahn." Für ihn gibt es heute keinen Grund zum Feiern. Klima- und Landschaftsschutz würden durch den Autobahnbau mit Füßen getreten. Dass Bundesverkehrminister Andreas Scheuer und seine CSU sich nach eigener Aussage für Klimaschutz einsetzten, nennt der Demonstrant "einfach nur ein Lippenbekenntnis".

Update 16.10 Uhr: Der bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart und der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer sprechen

"Mit dieser Straße werden wir Arbeitsplätze und Wohlstand in der Region sicher", sagt der bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart. "Die Straßen sind unsere Lebensadern", sagt er, erwähnt aber auch die Schiene in diesem Kontext.Und natürlich wolle er allen danken, die für das Projekt gekämpft haben.

"Kein politisches Thema hat die Region so stark bestimmt", sagt Mayer. Familien und Dörfer habe die A94 und die Diskussion darum gespalten. Er steht fest hinter dem Projekt und nennt die Autobahn "eine Lebensader für unsere Region". Vor allem die Vertreter der Wirtschaft hätten immer wieder auf die Wichtigkeit der A94 hingewiesen.

Update um 16 Uhr: Interview mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer

Update 15.45 Uhr: Marcel Huber

Der Landtagsabgeordnete Marcel Huber spricht in seiner Rede von einem "Entscheidungsprozess" zur A94, "bei dem wirklich gerungen worden ist". Mensch, Natur und die Interessen der Wirtschaft müssten in Einklang gebracht werden.

Die Einweihung der Autobahn sei eine "erfreuliche Tatsache" und "der beste Kompromiss, der in dieser Demokratie erreichbar war". Generationen von Politikern hätten sich mit diesem Autobahnbau auseinandergesetzt.

Update um 15.29 Uhr: Die Rede des Bundesverkehrsministers und die Proteste im Video

Update um 15.15 Uhr: Demonstranten stören die Feier - Landrat verliert Fassung

"Kein Grund zum Feiern." Ein paar Demonstranten stören mit dieser Parole die Eröffnungsrede von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Etwas länger als eine Minute skandieren sie, dann schaltet sich die Polizei ein und geleitet die Protestierer ohne viel Aufhebens zur Seite.

Demonstranten stören die Rede von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zur Eröffnung der A94.

Andreas Scheuer setzt seine Rede unbeirrt fort und sagt: "In einer Demokratie darf jeder seine Meinung kundtun." Er lädt die Demonstranten auf eine Leberkäs-Semmel ein. Ganz so souverän reagiert der Altöttinger Landrat Erwin Schneider nicht. Er ist erregt und nennt die Protestierer lauthals und mehrfach "Arschlöcher".

Update um 15.05 Uhr: Die Einweihung der A94 - das sagt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer

15 Uhr. Die offizielle Einweihung der A94 beginnt. Bundesverkehrminister Andreas Scheuer feiert das Megaprojekt.

In Interviews vorab sagt Scheuer: "So eine Autobahn wird nicht einfach so gebaut. Das hat einen langen Vorlauf." 20 Jahre Planungen, Gerichtsverhandlungen. "Fakt ist, dass so eine Straße irgendwann realisiert werden muss", sagt Scheuer weiter. "Und ich hoffe, dass jetzt mit der Fertigstellung die Gegner und die Befürworter wieder zueinander finden."

Der Minister befindet zudem, dass eine Autobahn im Vergleich zu einer viel befahrenen Bundesstraße immer die sicherere Variante ist. Die B12 sei immer ein Unfallschwerpunkt gewesen. Hier erhofft und erwartet er sich jetzt nun eine deutliche Verbesserung.

Gut gelaunt macht sich Scheuer dann auf zu seiner Eröffnungsrede.

Update 15 Uhr: Interview mit dem Sprecher der Autobahndirektion

Wir haben uns mit Josef Seebacher unterhalten, dem Sprecher der Autobahndirektion Südbayern. Im Video erklärt er ein paar grundsätzliche Dinge zur neuen A94: Was hat die Autobahn gekostet? Wer zahlt? Wer betreibt die Neubaustrecke?

 

Update 14.45 Uhr: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ist da

Es kommt nicht selten vor, dass Politiker zu offziellen Terminen - sagen wir - mit ein wenig zeitlichem Verzug zum geplanten Termin eintreffen. Nicht so bei der heutigen Eröffnung der A94. Da trifft Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer überpünktlich ein.

Derweil riecht es am Feierort an der Rastanlage Fürtholz Nord streng nach Gülle. Ein Aperitiv von den A94-Gegnern? Das mutmaßt zumindest CSU-Landratskandidat und Kreisrat Max Heimerl.

Update 14.38 Uhr: Kämpfer für die A94

Günther Knoblauch (links) und Rupert Wiesböck aus Niederbergkirchen haben sich lange für den Bau der A94 eingesetzt. Heute bei der Eröffnung bringen ihre letzten Aufkleber an den Mann.

Update 14.17 Uhr: A94-Bildergalerie - Warten auf den Festakt

Bildergalerie

Hermann Grußler (76) ist seit 30 Jahren Leiter der Blaskapelle der Autobahndirektion Südbayern.

Er hat mit der Kapelle schon 160 Veranstaltungen gespielt. Die Eröffnung einer neuen Autobahn ist allerdings auch für so einen erfahrenen Musiker besonders. Die Kapelle spielt später zur Einweihung der A94 den Ruetz, Mein Heimatland, den Bozner Bergsteiger Marsch, dann die Deutsche Nationalhymne und das Bayernlied.

Update 13.52 Uhr: Erfahrungen des Feuerwehrmannes Marcel Huber

Marcel Huber ist nicht nur Landtagsabgeordneter, sondern auch Feuerwehrmann in Ampfing. In seiner Dienstzeit hat er an der unfallträchtigen B12, die nun als München-Zubringer durch die A94 abgelöst wird, viel erlebt. An dieser Stelle berichtet er davon:

"Ich blickeauf 46 Jahre Dienstzeit bei derFeuerwehr Ampfing zurück, in der ich meist in verantwortungsvollen Führungspositionen stand und oftmals zu Einsätzen auf der B12 ausrücken musste. Über die Jahrzehnte waren es Hunderte Alarme, bei denen sich einige bis heute bei den Kameraden und mir ins Gedächtnis eingebrannt haben.

"Todesstrecke B12"

Besonders erinnert man sich natürlich an Unfälle mit Schwerverletzten und Toten, die speziell dann zu beklagen waren, wenn es zu Frontalzusammenstößen kam, was auf der „Todesstrecke B 12“ häufig vorkam.

Ein Auto, das bei einem missglückten Überholmanöver frontal unter einen Sattelzug gefahren ist oder die Kollisioneines Fahrzeugs miteinem anderen Auto bot immer ein Bild des Grauens. Die Rettung der Eingeklemmten und die Bergung der Leichen aus dem zerknäultem Blech war eine sehr belastende Tätigkeit, die an keinem von uns Feuerwehrmännern spurlos vorübergegangen ist.

Leider kam dieses Szenario jedes Jahr, manchmal sogar mehrfach, vor.Wenn ich heute mit der Ampfinger Feuerwehr auf die A94 ausrücke, dann kann natürlich wieder ein dramatisches Geschehen auf uns warten. In der Regel handelt es sich aber meist um weniger schwerwiegende Unfälle – die Zahl der Todesfälle ist trotz höherem Verkehrsaufkommen deutlich gesunken.

Update 12.55 Uhr: Bilder von der Neubaustrecke der Autobahn

Die Autobahndirektion Nordbayern und das Betreiberkonsortium Isentalautobahn haben sich gegen alle Versuche gesperrt, auf der Autobahn vor der Inbetriebnahme irgendwelche Veranstaltungen abzuhalten. Auch das Betreten und Befahren der A94 war strengstens untersagt. An den letzten Wochenenden vor der Fertigstellung kontrollierte die Polizei verstärkt und verteilte Bußgelder.

Das hielt aber viele Menschen nicht davon ab, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen. Das ein oder andere Video fand auch seinen Weg ins Netz. So hat es auf der Autobahn rund eineinhalb Monate vor der Eröffnung ausgesehen:

Update 12.25 Uhr: Und dann war Baurecht für die A94

Unser Kollege Josef Bauer schreibt ganz hervorragende Glossen zur A94. Er war auch dabei, wie vor Gericht die allerletzte Klage gegen das Megaprojekt beigelegt wurde und wie der Richter den klagenden Landwirt dazu "überredet" hat. "A Hund war er scho da Erwin Allesch, a ganz ah varreckda", schreibt Bauer über den Richter.

Update 11.40 Uhr: Autobahndirekton gibt Details zu Freigabe bekannt

Am 1. Oktober wird der 33 Kilometer lange Lückenschluss der A 94 zwischen Pastetten und Heldenstein schrittweise bis zum Nachmittag für den Verkehr freigegeben. Um die Umbauarbeiten an den beiden bisherigen beiden Autobahnenden bei Pastetten und Heldenstein vornehmen zu können, wird die Autobahn jeweils etwa für eine Stunde ab der letzten Ausfahrt vor dem Autobahnende gesperrt.

Die Befürworter frohlocken, die Gegner protestieren: Am 30. September wird der neue Abschnitt der A94 zwischen Pastetten und Heldenstein eingeweiht.

In Fahrtrichtung Passau erfolgt am Dienstag, den 1. Oktober ab etwa 8 Uhr eine Sperrung der Autobahn mit Ausleitung des Verkehrs an der Anschlussstelle Heldenstein. Gegen Mittag wird die Autobahn in Fahrtrichtung München ab Ampfing ebenfalls für etwa eine Stunde gesperrt.

Update 11.14 Uhr: IHK begrüßt die Fertigstellung der A94

Während der Bund Naturschutz den neuen A94-Abschnitt massiv kritisiert, begrüßt die IHK München und Oberbayern das Projekt als "verkehrspolitischen Meilenstein", der für die Region "große Chancen" eröffne. "Auf den Lückenschluss der A94 zwischen Pastetten und Heldenstein hat unsere heimische Wirtschaft jahrzehntelang gewartet. Mit der durchgängigen Autobahnverbindung zwischen München, Mühldorf und Altötting ist unsere Region ab sofort gut und sicher für alle erreichbar“, sagt IHK-Vizepräsidentin Ingrid Obermeier-Osl.

Allein aus Industrie, Handel und Dienstleistungen würden über 14.000 regionale Betriebe von dem besseren Anschluss an das bayernweite Fernstraßennetz profitieren. Das gelte ebenso für tausende Pendler aus den Landkreisen Altötting und Mühldorf, die die A94 nun nutzen können. „Wir haben jetzt die Chance, unseren Standort neu zu denken. Gerade die künftige Entwicklung von Gewerbe und Handel in den Gemeinden braucht eine strategische Planung“, ist Obermeier-Osl überzeugt.

Die IHK spricht sich gemeinsam mit der Handwerkskammer sowie der Kreishandwerkerschaft dafür aus, eine Strategie für die Standortentwicklung auszuarbeiten. „Wir wissen um das Risiko, dass eine nicht abgestimmte Entwicklung den Dreiklang zwischen Wohnen, Leben und Arbeiten in den Kommunen der beiden Landkreise aus dem Gleichgewicht bringen kann“, sagt Ingrid Obermeier-Osl.

Update 10.35 Uhr: Zelte und Tische für A94-Festakt verweht - Feuerwehr rückt aus

Noch ist die neue A94 nicht eröffnet, und trotzdem musste die Feuerwehr schon zum Einsatz raus. Die Feuerwehr aus Obertaufkirchen (Kreis Mühldorf) wurde in der Nacht auf Montag auf die A94 zum Parkplatz Fürthholzen-Nord alarmiert. An diesem Parkplatz findet heute die Einweihung des neuen Abschnittes des A94 (Pastetten-Heldenstein) statt.

Vom Winde verweht: Bierbänke und Zelte für den A94-Festakt wurden in der Nacht von einem Sturm durcheinander gewirbelt. Die Feuerwehr musste ausrücken und für Ordnung sorgen.

Der Wind verwehte mehrere Zelte sowie mehrere Schirme. Die Feuerwehr baute mehrere kleine Zelte ab und sicherte die Einrichtung gegen weitere Sturmschäden. Nun steht der Einweihung nichts mehr im Wege.

Update 9.19 Uhr: Der Bund Naturschutz protestiert gegen die A94

Der BUND Naturschutz hatte sich 35 Jahre lang gemeinsam mit Landwirten und Heimatfreunden in einer Aktionsgemeinschaft für die ökologisch verträglichere Variante an der bestehenden Bundesstraße B12 eingesetzt.

„Eines der naturzerstörendsten und flächenfressendsten Vorhaben, das mit Hunderten Millionen Steuergeldern finanziert worden ist, findet seinen Abschluss", bilanziert nun Richard Mergner, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern, anlässlich der Eröffnung. Christine Margraf, stellv. Landesbeauftragte und Artenschutzreferentin des Bund Naturschutz fügt hinzu: „Schützenswerteste Landschaft mit kleinstrukturierter Kultur- und Naturlandschaft Oberbayerns wurde für ein unsinniges Neubauprojekt geopfert.“

Im Oktober sollte sie fertig sein. Am 30. September ist sie es: die A94 zwischen Heldenstein und Pastetten.

„Mit Ausnahme der Grünen haben sich hier alle Parlamentsparteien schuldig gemacht“, so Heiner Müller-Ermann, Sprecher der Aktionsgemeindschaft gegen die Isentalautobahn. „Sie haben mit fundamentalistischer Sturheit eine falsche Trassenentscheidung aus den 70er Jahren durchgezogen, obwohl selbst staatliche Fachgutachten zeigten, dass eine Lösung im Bereich der Bundesstraße B12 ungleich besser wäre.“

Der Bund Naturschutz fordert von Ministerpräsident Markus Söder und der Landesregierung aus CSU und Freien Wählern den Stopp für weitere Straßenneu- und -ausbauten in Bayern und die Umverteilung der Mittel für einen attraktiven Bus- und Bahnverkehr. Konkret für die Region heißt das für den BN, den vernachlässigten Bahnausbau „München-Mühldorf-Freilassing“ nicht nur voran zu bringen sondern massiv zu beschleunigen.

Festakt für alle zur Eröffnung der Autobahn

Auf der Zielgeraden machte das Betreiberkonsortium Isentalautobahn mächtig Druck, um sogar vor dem geplanten Fertigstellungstermin mit der A94 fertig zu werden. Nicht zuletzt deshalb mussten alle Ideen für Feierlichkeiten auf der Autobahnbaustelle über Bord geworfen werden. Sogar der offizielle Festakt am 30. September war zunächst nur mit geladenen Gästen geplant. Doch dann überlegte es sich der Bundesverkehrsminister anders.

Eigentlich sollte alles im "kleinen" Kreis ablaufen: 800 geladene Gäste, Reden, Band durchschneiden - fertig ist die Eröffnung des 33 Kilometer langen Teilstückes der A94.

Verkehrsfreigabe für die A94 am Dienstag

Es sei Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) gewesen, so berichtet die Münchener "tz", der den internen Festakt an der Rastanlage Fürtholz Nord bei Dorfen kurzerhand zur Feier für alle erklärt habe: "Es sind natürlich alle Bürger herzlich eingeladen." Wie viele Besucher nun kommen, weiß keiner. Die Autobahndirektion warnt vorsorglich: Die Häppchen werden nicht für alle reichen. Und noch viel wichtiger: Die Zahl der Parkplätze an der Rastanlage sei begrenzt. Auf zu viele Besucher hofft man also nicht.

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Für den Verkehr freigegeben wird die A94 am Montag nicht mehr. Das erledigt die Autobahndirektion am Dienstag, 1. Oktober. Am späten Vormittag soll die Autobahn offen sein. Die Freigabe dauere in jeder Fahrtrichtung rund zwei bis drei Stunden.

Hier geht es zum Übersichtslageplan für die neue Autobahn A94 (Abschnitt Pastetten - Dorfen)

Hier geht es zum Übersichtslageplan für die neue Autobahn A94 (Abschnitt Dorfen - Heldenstein)

Entlastung für eine gefährliche Bundesstraße

Fast 40 Jahre sind von den ersten Überlegungen bis zur Fertigstellung der A94 vergangen. Und bis es soweit war, rollte der Verkehr über die B12 - eine der unfallreichsten Straßen in der ganzen Region. 110 Menschen haben dort in den vergangenen 20 Jahren bei Unfällen ihr Leben verloren.

Der Eröffnungstermin für die A94

Dass die Autobahn 94 irgendwann Ende 2019 fertig werden könnte, darüber wurde lange gemunkelt. Die OVB-Heimatzeitungen erfuhren dann als erste das tatsächliche Eröffnungsdatum: 30. September 2019.

Sorgen um den Zubringerverkehr auf der A94

Besser oder schlechter – wie es mit der neuen Autobahn einmal werden wird, darüber gehen die Ansichten auseinander. Wie wird sich vor allem der Zubringerverkehr einpendeln? Wird er so fließen, wie gedacht – oder werden sich die Autos über Schleichwege wälzen? Einige Anlieger machten da schon ihre Erfahrungen.

Die Gegner der Autobahn ziehen den Kürzeren

Nicht wenige Menschen kämpften von Anfang an gegen den Bau der A94. Klage um Klage landete vor den Gerichten. Letzten Endes konnte keine den Bau der Autobahn verhindern. Martin Kirschner war einer der A94-Gegner. Nun führt die Autobahn direkt über seine Wiesen.

Der kriechende Scheiberich: Umweltschützer contra A94

Oft wurde bei den Klagen gegen die A94-Planungen mit dem Umweltschutz argumentiert. Aber selbst der kriechende Scheiberich half den Gegnern am Ende nicht mehr, wie sich unser Redakteur Josef Bauer in einer Glosse erinnert.

Da steht ein Pferd – auf der Autobahn

Eine fast fertige Autobahn ohne Autos zieht natürlich Schaulustige an. Fußgänger, Radfahrer und sogar Reiter mit Pferden waren auf der A94 unterwegs. Das wurde dem Betreiber irgendwann zu viel. Schließlich bestehe auf einer Baustelle massive Unfallgefahr. Und wer zahlt am Ende, wenn was passiert?

Wetten auf die Fertigstellung der A94

Rund um die ewige Baustelle zwischen Pastetten und Heldenstein entwickelten sich auch allerhand skurrile Geschichten. So wurden auf das Fertigstellungsdatum der Autobahn auch Wetten abgeschlossen. Wer darauf setzte, dass die A94 Anfang der 1990er Jahre fertig werden würde, der hatte 2019 seine Bierschulden einzulösen.

Retter bereiten sich mit Großübung vor

Eine neue Autobahn ist für die anliegenden Feuerwehren und Rettungsdienste natürlich auch eine neue Herausforderung. Wie reagiert man bei einem Unfall? Von den andauernden Diskussionen um fehlende Rettungsgassen ganz zu schweigen. Mit einer Großübung mit einem umgestürzten Bus und zahlreichen Verletzten bereiteten sich die Notfallhelfer vor.

Der gröbste Baufehler der A94-Baustelle

Die Betreibergesellschaft wird zwar früher mit der A94 feritg als geplant. Aber ganz reibungslos verlief der Bau deshalb nicht.

Die Baufehler an der Ornautalbrücke dürften der größte Bock gewesen sein, der auf dem Weg zur Fertigstellung der Autobahn geschossen wurde. Grobe Baufehler hatten dazu geführt, dass die Brücke fast komplett abgerissen und neu gebaut werden musste.

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