Behindertes Kind beleidigt

Wegen Hausverbot nach Eklat: Wirt muss mit traurigen Konsequenzen leben

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Ein Kind mit Handicap wurde in einem Landgasthof angegangen. (Symbolbild)

In einem Gasthof in Veilbronn (Landkreis Bamberg) geht eine Frau verbal auf ein behindertes Kind los. Der Wirt reagiert mit einem wütenden Facebook-Post.

Update 25. Oktober, 7.15 Uhr: Nachdem in seinem Wirtshaus ein behindertes Kind beleidigt worden ist, hat sich Marcus Müller eindeutig positioniert (siehe Erstmeldung). Für seinen emotionalen Facebook-Post hat der Gastronom großen Zuspruch geerntet. „Ich habe viel Post von Menschen aus ganz Deutschland bekommen, die mir danken“, berichtet Müller.

Doch leider gibt es auch ganz andere Stimmen, wie der Wirt des Landgasthofs Lahner in Veilbronn erklärt. Seit seiner öffentlichen Meinungsäußerung bekommt Müller schlechte Google-Bewertungen, Hassnachrichten und sogar Morddrohungen. Er habe inzwischen seinen Anwalt eingeschaltet und Anzeige bei der Polizei erstattet, berichtet der Gastronom gegenüber Bild (Bezahlschranke).

„Dann kommen wir nicht wieder“: Frau sagt Gemeinheit über Kind - Wirt macht deutliche Ansage

Erstmeldung vom 9. Oktober:

Bamberg - Normalerweise zeigt Marcus Müller vom Landgasthof Lahner in Veilbronn, einem beschaulichen Ort im Landkreis Bamberg, auf seiner Facebook-Seite, welche neuen Gerichte er mit seinem Team in der Küche zaubert, informiert oder wann der Biergarten geöffnet ist.

Bamberg/Bayern: Frau sagt Unglaubliches über behindertes Kind - Wirt reagiert genau richtig

Nun wendet sich Müller allerdings mit einer eindringlichen Botschaft auf der Facebook-Seite des Landgasthofes an seine Gäste - und tausende Facebook-User gratulieren ihm dazu.

Das war passiert: Am 3. Oktober ist der Landgasthof Lahner gut gefüllt, viele Gäste wollen den Feiertag mit einem guten Essen genießen. So auch eine Familie, die mit einem behinderten Kind an einem der Tische Platz genommen hat. An den Tag werden sie sich wohl noch lange mit Schrecken erinnern.

Bamberg/Bayern: Plötzlich meldet sich eine Frau zu Wort - was sie sagt, schockt sogar den Wirt

Denn plötzlich meldete sich eine Frau am Nebentisch zu Wort. Behinderte Menschen hätten kein Recht, hier zu sitzen, sagt sie. Sie gehörten in ein Heim, um dort zu verrotten. Eine Bedienung hört die unglaubliche Äußerung, erzählt sie aber wegen des großen Andrangs erst später ihrem Chef. Als er von dem Vorfall hört, ist die Familie längst fort - er kann nichts mehr unternehmen, sagt er gegenüber nordbayern.de.

Doch es ist nicht das letzte Mal, dass er von der Frau hört. Am Abend findet er eine Mail in seinem Postfach: Er solle doch bitte darauf achten, welches Klientel er sich ins Haus holt, „wenn sowas öfters da ist, kommen wir nicht wieder“. Die Mail wurde zwar von einem anonymen Account verschickt, Müller ist sich aber sicher: Das kann nur die dreiste Dame gewesen sein.

Bamberg/Bayern: Wirt antwortet der Frau - und veröffentlicht ein deutliches Statement

Es ist der Moment, in dem dem Wirt endgültig der Kragen platzt. Geschockt antwortet er der Frau - und veröffentlicht kurz darauf ein Statement auf seiner Facebook-Seite. „Wenn eine Familie mit einem behinderten Menschen, egal ob jung oder alt, bei uns etwas essen möchte, dann freue ich mich, weil man ihm vielleicht etwas Gutes tun möchte, damit er mal etwas anderes sieht oder isst“, schreibt Müller.

 „Wenn dann Menschen kommen und eine Meinung laut äußern, dass solche Menschen kein Recht haben hier zu sein und lieber in ein Heim gehören, um da zu verrotten, dann krieg ich Anfälle der schlimmsten Sorte“, wird der Wirt deutlich.

Video: Gast pöbelt gegen behindertes Kind: Küchenchef platzt der Kragen

Bamberg/Bayern: User feiern den Wirt des Landgasthofs Lahner 

Dann auch noch eine E-Mail zu schreiben empfindet er als „Frechheit“ - und wendet sich direkt an die Frau: „Sie brauchen auch nicht wieder kommen, ich schmeiße Sie so was von raus, das glauben sie mir gar nicht, wenn ich merke, Sie besuchen uns noch einmal.“

Auf Facebook erhält Müller viel Beifall für diese Aktion: „Sehr mutig, sehr klar. Klasse und danke dafür!“, kommentiert ein User. „Chapeau! Klare Haltung und für mich die beste Werbung, um euch einen Besuch abzustatten“, lobt ein anderer. 

Viele fragen aber auch nach, ob Müller denn auch in dieser Art und Weise auf die Mail geantwortet habe. Er schreibt dazu: „Ja, haben wir, da es uns wichtig war/ist. Allerdings nicht ganz so höflich und neutral formuliert wie dieser Post...“

Ebenfalls im Landkreis Bamberg fuhr ein Mann mit seinem SUV immer wieder gegen einen BMW - dann dreht er völlig durch.  In München sorgt ein Wirt mit einer anderen Aktion für Aufsehen: Er will mit einer Oktoberfest-Tradition brechen

Kilian Trabert

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