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Coronavirus: Fieberambulanzen – Spahn kündigt neue Teststrategie für kalte Jahreszeit an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kritisiert Bayerns neue Marschrichtung in Sachen Coronatests.
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kritisiert Bayerns neue Marschrichtung in Sachen Coronatests.

Die Ausbreitung des Coronavirus ist nicht gestoppt, es kommt immer wieder zu regionalen Ausbrüchen. Dennoch wurde das öffentliche Leben Schritt für Schritt hochgefahren. Aktuelle Informationen für die Regionen Rosenheim, Mühldorf, Chiemgau, für Bayern und aus der Welt bekommen Sie hier.

+++ Hier finden Sie Informationen, wie sich die Coronafallzahlen in den Kreisen Rosenheim, Mühldorf, Traunstein sowie in Bayern und Deutschland entwickeln. Weitere Informationen zum Thema Coronavirus in der Region Rosenheim, Mühldorf und Traunstein finden Sie auf unserer Themenseite. +++

Update 20. September, 7.40 Uhr

Spahn kündigt neue Corona-Strategie für kalte Jahreszeit an

Berlin (dpa) - Mit sogenannten Fieberambulanzen und besonderen Schutzvorkehrungen für Risikogruppen will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Land für den befürchteten Anstieg der Corona-Infektionszahlen in der kühleren Jahreszeit wappnen. Für Patienten mit klassischen Atemwegssymptomen, die auf eine Corona- oder Grippeinfektion hindeuten, solle es zentrale Anlaufstellen geben, sagte Spahn der «Rheinischen Post» (Montag). Er setze darauf, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen solche «Fieberambulanzen» vor Ort anbieten würden. «Konzeptionell gibt es die schon - sie sollten im Herbst idealerweise flächendeckend zugänglich sein.»

Um Gefahren für Risikogruppen zu minimieren, soll es Spahn zufolge spezielle Maßnahmen geben. «Wichtig ist, dass wir die besonders betroffenen Risikogruppen weiter besonders schützen und die Konzepte dafür im Alltag wieder schärfen», sagte der CDU-Politiker. «Deshalb werden präventive Reihentests in den sensiblen Bereichen wie zum Beispiel Pflegeheime ein fester Bestandteil der Teststrategie für Herbst und Winter. Dort müssen wir den Eintrag des Virus verhindern. Es gilt weiter höchste Wachsamkeit.»

Spahn erwartet, dass in Abstimmung mit den Ländern bis Mitte Oktober feststehen dürfte, wie die allgemeine Teststrategie für den Herbst und Winter weiterentwickelt wird. Antigen-Schnelltests seien ebenso vorgesehen wie neue Vorgaben des Bundesinnenministeriums zur Quarantäne-Zeit für Rückkehrer aus Risikogebieten. Spahn erklärte weiter, dass die Testkapazitäten enorm hochgefahren worden seien. «Allein in den letzten vier Wochen wurde etwa ein Drittel aller Tests seit Beginn der Pandemie gemacht.»

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Update 20. September, 21.04 Uhr:

14 Corona-Infizierte nach Geburtstagsparty - Hunderte in Quarantäne

Reutlingen/Dettingen (dpa) - Nach einer privaten Geburtstagsparty in Dettingen auf der Schwäbischen Alb sind 14 Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Hunderte weitere Personen befinden sich in Quarantäne. Das teilte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes Reutlingen, Gottfried Roller, am Sonntag mit. An der Party, für die kein Hygienekonzept notwendig gewesen sei, hätten vom 12. auf den 13. September 33 Menschen teilgenommen. In Baden-Württemberg seien bis zu 100 Teilnehmer an solchen Feiern erlaubt.

Laut Roller sind sieben Schulen im Landkreis Reutlingen mit mehr als 350 Kontaktpersonen der Kategorie 1 betroffen, das heißt, sie hatten engen Kontakt zu nachweislich Infizierten. Für sie gelte eine 14-tägige Quarantäne. Dazu kämen Kontakte zu vier Fußballvereinen mit 70 Kontaktpersonen der Kategorie 2, die beispielsweise im selben Raum mit Infizierten gewesen seien und für die eine Risikoabschätzung gemacht worden sei. Die Dimension der möglichen Ansteckungen sei durch die Erkrankung Einzelner bekannt geworden, berichtete Roller.

Update 20. September, 15.22 Uhr:

Wenige Tausend Teilnehmer bei Demo gegen Corona-Maßnahmen

Teilnehmer einer Demonstration protestieren mit Schildern auf den Rheinwiesen gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus.

Düsseldorf (dpa) - Begleitet von starker Polizeipräsenz haben sich wenige Tausend Menschen in Düsseldorf an einer Kundgebung gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen beteiligt. Auf der gegenüberliegenden Rhein-Seite versammelten sich zeitgleich Demonstranten der Initiative «Düsseldorf stellt sich quer» zu einer Gegenveranstaltung.

Die Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen war von einer regionalen Gruppen der Initiative Querdenken angemeldet worden. Einige Teilnehmer hatten Regenbogenfahnen dabei, hielten Schilder gegen Digitalisierung in die Höhe oder forderten auf Plakaten Umarmungen statt Distanz. Die Stimmung sei friedlich, berichtete eine dpa-Reporterin. Auch eine Polizeisprecherin betonte, man gehe von einem friedlichen Verlauf aus.

Der Protestzug, der gegen 14.00 Uhr starten und durch die Straßen der Innenstadt führen sollte, verzögerte sich zunächst. Die Anmelder hatten im Vorfeld knapp 50 000 Teilnehmer angemeldet, die Polizei hatte sich auf bis zu 10 000 Menschen eingestellt. Die Teilnehmer müssen keine Masken tragen, aber einen Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander einhalten. So sieht es die nordrhein-westfälische Corona-Schutzverordnung vor.

Update 19. September, 19.46 Uhr:

«WirtshausWiesn» geht trotz hoher Infektionszahlen in zweite Runde

Die Kabarettistin Monika Gruber und Sternekoch Alfons Schubeck halten nach dem «WirtshausWiesn»-Anstich eine Maß Bier in den Händen. Normalerweise wäre auf der Theresienwiese am Samstag das größte Volksfest der Welt eröffnet worden. Wegen der Corona-Pandemie 2020 wurde das Oktoberfest jedoch abgesagt. Stattdessen wird in mehr als 50 Gaststätten die WirtshausWiesn gefeiert.

München (dpa) - Das Oktoberfest ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt - dennoch geht am Sonntag der kleine Ersatz in die zweite Runde. Nachdem es in mehr als 50 Wirtshäusern am Samstag «Ozapft is» hieß, feiern die Münchner weiter. Mit der «WirtshausWiesn» wollen die Wirte trotz Corona für etwas Oktoberfeststimmung sorgen. Am Sonntag wird mit einer ersten Bilanz des Auftakts gerechnet.

Die Veranstaltung ist umstritten - auch, weil München inzwischen oberhalb des Grenzwertes von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche liegt. Am Freitag war die kritische Marke gerissen worden, am Samstag stieg der Wert weiter auf über 54.

Fast 2300 Corona-Neuinfektionen - höchster Wert seit Ende April

Berlin (dpa) - Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat erneut deutlich die Schwelle von 2000 übersprungen und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2297 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab.

Coronavirus in der Region:

Die Fallzahlen gehen in dieser Woche etwas zurück

Entspannung in Corona-Lage: Grundschüler dürfen wohl Masken ablegen

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Update 19. September, 9.23 Uhr:

Theresienwiese in München bleibt vor Anstich-Termin weitgehend leer

Das größte Volksfest der Welt wurde wegen der Corona-Pandemie 2020 abgesagt.

München (dpa) - Die Theresienwiese in München ist am Morgen des ursprünglich geplanten Oktoberfest-Starts weitgehend leer geblieben. Während am ersten Wiesn-Samstag um 8.00 Uhr morgens normalerweise das Rennen um Plätze in einem der Zelte bereits weitgehend entschieden wäre, herrschte am Samstag um diese Zeit weitgehende Ruhe auf dem Gelände. Das Oktoberfest fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus.

Auf der Theresienwiese gilt am Samstag ab 9.00 Uhr ein Alkoholverbot, um wilde Ersatzfeiern für die ausgefallene Wiesn zu verhindern. Eine Stunde vorher nutzte noch ein kleines, teilweise in Tracht gekommenes Grüppchen auf den Treppen zur monumentalen Bavaria-Statue die Gelegenheit, um mit Maßkrügen anzustoßen. Währenddessen bildete sich bereits eine kleine Schlange vor der dortigen Corona-Teststation. Ansonsten gehörte das Gelände am Samstagmorgen vor allem Joggern und Spaziergängern.

Update 18. September, 17.35 Uhr

München überschreitet Corona-Grenzwert - Schulen bleiben geöffnet

Hunderte Menschen belagern bei sommerlichen Temperaturen die Frühlingsanlagen an der Isar in München. Auf der Reichenbachbrücke im Vordergrund stehen Einsatzwagen der Polizei. Wegen Zehntausender Verstöße gegen die Corona-Auflagen der bayerischen Staatsregierung haben die Behörden Bußgeldbescheide in Millionenhöhe verhängt.

München (dpa/lby) - Nach Überschreiten des Corona-Grenzwertes in München hängt es nun von der Entwicklung am Wochenende ab, welche Maßnahmen zum verschärften Infektionsschutz ergriffen werden. Bis dahin gibt es zunächst nur für die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen Konsequenzen: Sie müssen im Unterricht weiter eine Maske tragen. «Aber einen Rückgang zum eingeschränkten Blockunterricht halte ich zum derzeitigen Zeitpunkt nicht für verhältnismäßig», entschied Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Auch Krippen und Kindertagesstätten sollten zunächst im Regelbetrieb bleiben. Doch je nachdem, wie das Wochenende in der Landeshauptstadt verläuft, könnten am Montag vor allem in anderen Bereichen weitere Beschränkungen folgen, wie Reiter ankündigte.

Lesen Sie hier: Alkoholverbot auf Oktoberfestgelände

Nach Tagen knapp unterhalb der Schwelle hatte München am Freitag den Wert von 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern binnen einer Woche überschritten.

Die Verantwortlichen blicken mit Sorge vor allem auf den Samstag: Da hätte der Anstich des Oktoberfests sein sollen. Die Stadt befürchtet, dass sich viele zu bierseligen «Wiesn-Ersatzpartys» treffen könnten und hat sowohl für die Theresienwiese als auch für bekannte Party-Hotspots ein Alkoholverbot erlassen.

Infektionszahlen in Rosenheim gehen leicht zurück

Corona-Fälle in Stadt und Landkreis Rosenheim (Stand 18. September)

Die Entspannung bei der Inzidenzzahl in Rosenheim bringt Erleichterungen für die jüngsten Schüler mit sich. „Aufgrund der günstigen Entwicklung der Infektionsaktivität in der Stadt Rosenheim entfällt dann die Maskenpflicht im Unterricht für die Grundschulen“, heißt es in der jüngsten Mitteilung des Landratsamtes. „Dann“: Das heißt ab 21. September. Allerdings ist diese Erleichterung noch von der „Zustimmung der vorgesetzten Behörden“ abhängig.

Update 18. September, 11.16 Uhr

Corona-Ausbruch im Amateurfußball: Rund 400 Menschen in Quarantäne

Gelnhausen (dpa/lhe) - Nach einem Covid-19-Ausbruch bei Amateurfußballern in und um Gelnhausen sind mittlerweile nach Angaben des Main-Kinzig-Kreises rund 400 Kontaktpersonen in Quarantäne. Inzwischen gebe es im Umfeld der betroffenen Fußballmannschaften 14 nachgewiesene Infektionsfälle, sagte ein Sprecher des Landkreises am Freitag. Den Ausbruch unter den Amateurfußballern eingerechnet, zählt der Landkreis insgesamt derzeit 125 «aktive» Infektionsfälle - also Menschen, die sich nachweislich mit dem Virus angesteckt haben beziehungsweise erkrankt sind und noch nicht als genesen gelten oder sich nach einer Infektion noch in häuslicher Isolation befinden. Im gesamten Landkreis seien rund 1000 Kontaktpersonen in häuslicher Isolation, sagte der Sprecher. Da hierzu vor allem Schüler und Lehrer gehörten, seien insgesamt zehn Schulen betroffen.

Im bayerischen Amateurfußball darf wieder um Punkte gespielt werden: Ab dem 19. September soll der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden

Update 18. September, 11.16 Uhr

Kultusminister: Maskenpflicht im Unterricht läuft wie geplant aus

München (dpa/lby) - Die Maskenpflicht für alle bayerischen Schüler ab der fünften Jahrgangsstufe läuft wie geplant mit dem heutigen Freitag aus. «Die neun Tage einer besonderen Maskenpflicht (..) waren sinnvoll», bilanzierte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Freitag in München.

Nach nunmehr knapp zwei Wochen Unterricht sei die Gefahr durch Reiserückkehrer nicht mehr im gleichen Maße gegeben wie direkt zu Schuljahresbeginn. Daher sei eine generelle Pflicht zum Tragen einer Alltagsmaske ab kommender Woche nicht mehr nötig. Sie kann jedoch, abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort, jederzeit lokal wieder angeordnet werden.

Lesen Sie hier: Landkreis und Stadt Rosenheim: Heute neue Entscheidung über Maskenpflicht im Unterricht?

Update 18. September, 7.45 Uhr

Nach zwei Wochen Unterricht: Kultusminister Piazolo zieht Bilanz

München (dpa/lby) – Kann die Maske im Unterricht nächste Woche runter oder nicht? Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) zieht am Freitag (10 Uhr) in München Bilanz über die ersten beiden Wochen des neuen Schuljahres. Dabei dürfte es vor allem um die Frage gehen, ob die derzeit an allen weiterführenden Schulen geltende Maskenpflicht im Unterricht verlängert wird oder nicht. Piazolo hatte bereits angedeutet, dass diese «Zumutung» wie geplant Ende dieser Woche auslaufen dürfte.

Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hat das Kultusministerium angeordnet, dass alle Personen auf dem kompletten Schulgelände einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. Eine Ausnahme gilt grundsätzlich nur im Unterricht - doch für die ersten beiden Schulwochen gab es eine Ausnahme von der Ausnahme: Um die Auswirkungen möglicherweise infizierter Reiserückkehrer nach den Sommerferien abzufedern, mussten alle Schüler der weiterführenden Schulen für neun Tage auch im Unterricht eine Alltagsmaske tragen.

Lesen Sie auch:

Maskenpflicht an Rosenheimer Schulen: Nur wenige können die Lockerungen umsetzen

Wegen Corona: Bayerische Landesausstellung 2021 auf Herrenchiemsee auf der Kippe

Es ist nicht die einzige Maßnahme, die Schüler wie Lehrer vor einer Ansteckung schützen soll. So bleiben die Klassenverbünde so weit wie möglich unter sich. Neben Abstandsregeln gibt es genaue Hygienevorgaben, etwa zum Lüften oder für den Musik- oder Sportunterricht.

Zudem arbeiten die Behörden mit einem sogenannten Stufenplan: Werden in einem Landkreis mehr als 35 Neuinfizierte je 100.000 Einwohner binnen einer Woche registriert, müssen im Normalfall alle Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse auch im Unterricht wieder eine Maske tragen, sofern der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Steigt der Wert auf über 50, gilt auch für Grundschüler Maskenpflicht und der Mindestabstand ist zwingend.

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Update 17. September, 18.06 Uhr

Rosenheimer Eltern demonstrieren gegen Maskenpflicht im Unterricht

Rosenheim – Die für Samstag (18. September) geplante Demonstration gegen die Maskenpflicht an Schulen wird im Mangfallpark Süd auf dem Festivalgelände stattfinden. Das haben Gespräche zwischen dem „Bündnis Rosenheimer Eltern“ als Veranstalter, dem Ordnungsamt und der Polizei ergeben.

Der Demonstrationszug führt nach Angaben der Behörden über die Rathausstraße, Reichenbachstraße, Kufsteiner Straße, Brianconstraße zurück zur Rathausstraße. Die Veranstaltung dauert von 14 bis 16 Uhr. Wie die Stadt mitteilte, sind 200 Demonstranten angemeldet. Die Eltern demonstrieren, weil wegen zuletzt hoher Infektionszahlen in Rosenheim für begrenzte Zeit eine Maskenpflicht im Schulunterricht auch für Grundschüler verfügt wurde.

7-Tages-Inzidenz in Rosenheim unter kritischem Wert

Derweil sinkt in Rosenheim die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Mit einer 7-Tages-Inzidenz von 33,2 (Landkreis 11,9) befand sich die Stadt gestern sogar unter der Frühwarnmarke. Der deutsche Spitzenreiter war Würzburg mit 66,5. Der Wert beschreibt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den vergangenen 7 Tagen pro 100.000 Einwohner.

Update 17. September, 16 Uhr :

Österreich beschränkt Zahl der Teilnehmer bei privaten Feiern

Wien (dpa) - Als Reaktion auf die steigenden Corona-Infektionszahlen limitiert Österreich die Zahl der Teilnehmer bei privaten Zusammenkünften. Bei Feiern in Gebäuden seien ab Montag nur noch zehn Personen erlaubt, sagte Kanzler Sebastian Kurz von der konservativen ÖVP am Donnerstag. Eine Kontrolle von Privatwohnungen sei allerdings nicht geplant, da sie nicht grundrechtskonform sei. Es gehe um Zusammenkünfte im öffentlichen Raum. Eine Ausnahme gebe es für Begräbnisse.

Die Zahlen stiegen deutlich, wenn auch in einem regional unterschiedlichen Maß. «Wir müssen daher jetzt reagieren, um einen zweiten Lockdown zu verhindern», sagte Kurz. Neben der gesundheitlichen Frage gelte es, die Auswirkungen für den Wirtschaftsstandort zu minimieren. Österreich ist stark vom Tourismus abhängig. Experten befürchten, dass die Zahl der Nächtigungen in Wien im laufenden Jahr um rund 70 Prozent einbricht.

Sehen Sie die Pressekonferenz im Video oben.

Höchststand bei Corona-Neuinfektionen seit mehr als vier Monaten

Berlin (dpa) - Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen hat den höchsten Tageswert seit April erreicht. Das geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagmorgen hervor. Der Virologe Christian Drosten sieht darin «schon nicht so eine beliebige Schwankung. Sondern wir sind jetzt wieder im Anstieg.»

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2194 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034).

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI mindestens 265 857 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 17.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9371. Seit dem Vortag wurden drei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 237 300 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Update 17. September, 14.26 Uhr:

Wegen Corona-Anstieg: Bundesliga-Auftakt in München ohne Zuschauer

München (dpa) - Wegen der gestiegenen Infektionszahlen in München dürfen beim Eröffnungsspiel der Fußball-Bundesliga zwischen dem FC Bayern und dem FC Schalke 04 am Freitagabend nun doch keine Zuschauer dabei sein. Das entschied die Stadt München am Donnerstag. Davor war noch auf 7500 Fans in der Allianz Arena gehofft worden.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sprach in einer Mitteilung von einem «falschen Signal» und verwies auf aktualisierte Corona-Werte des Robert Koch-Instituts. Demnach ist die Inzidenzzahl in München über Nacht von unter 34 auf 47,6 gestiegen.

Update 17. September, 9.41 Uhr:

Keine Wiesn, aber trotzdem Wiesn-Stimmung? – Stimmen Sie ab!

München (dpa) - Weiß-blauer Himmel, Sonne: Perfektes Wiesn-Wetter ist angesagt für diesen Samstag. Um Punkt 12.00 Uhr hätte am 19. September der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in der Lederhose das erste Fass Bier mutmaßlich mit zwei Schlägen angezapft und das größte Volksfest der Welt eröffnet. Doch auf der Theresienwiese heißt es Testzelt statt Festzelt. Wo sonst Millionen Liter Bier fließen, lassen sich Menschen auf das Coronavirus testen.

Zum ursprünglich geplanten Wiesnstart könnte es ausgerechnet dort sogar ein Alkoholverbot geben, um private Ersatzpartys mit hohem Infektionsrisiko zu verhindern. Erstmals seit 70 Jahren ist das Münchner Oktoberfest abgesagt - eine historische Entscheidung.

Lesen Sie hier: Rosenheimer Nicht-Wiesn-Bilanz 2020: Hohe Fallzahlen und Querschenken 1543 – ein Fake-Rückblick

Trotzdem wird es am Samstag in München dutzendfach heißen: «O‘zapft is». «WirthausWiesn» heißt die Alternative zum geplatzten Volksfest, mit dem mehr als 50 Wirte bis zum 4. Oktober Wiesnstimmung schaffen wollen. «Für uns ist die Wiesn kein Ort und keine Veranstaltung. Die Wiesn ist ein tiefes, in uns verankertes Lebensgefühl», sagt der Sprecher der Innenstadtwirte, Gregor Lemke.

Angesichts steigender Zahlen sehe er eine «Wiesn light» eher «skeptisch bis sorgenvoll», sagt der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing, Clemens Wendtner. «Dieses Jahr heißt es für uns alle, Opfer zu bringen und das große Ganze, nämlich die Kontrolle der Pandemie, nicht aus dem Auge zu verlieren. Die nächste „gscheite Wiesn“ kommt bestimmt, wenn wir das Virus nicht mehr im Nacken haben, hoffentlich nächstes Jahr.»

Was am Samstag auf der Theresienwiese als originärem Ort des Volksfestes passiert, ist offen. Nur ein paar Buden stehen auf der Fläche, die mit trockenen Grasbüscheln und Schotter eher eine Steppe als Wiese ist. Gerade dort wollte man keine Fahrgeschäfte. Als Wiesn-Alternative wollen Klimaschützer dort demonstrieren, zugleich ist aber neben dem Alkoholverbot sogar ein Betretungsverbot im Gespräch: Befürchtet wird, dass Oktoberfestfans eine «wilde Wiesn» feiern könnten - mit großem Infektionsrisiko.

Deutschland erklärt Wien zum Corona-Risikogebiet

Berlin/Wien (dpa) - Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die deutsche Bundesregierung die österreichische Hauptstadt Wien zum Risikogebiet erklärt und eine entsprechende Reisewarnung ausgesprochen. Das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte am Mittwoch eine aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete, in der nun auch das Bundesland Wien als einziges Risikogebiet in Österreich aufgeführt wird. «Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Bundesland Wien wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt», teilte darauf hin das Auswärtige Amt in Berlin mit.

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