Das sagt der Betriebsrat von Krones zu Stellenabbau und Freiwilligenprogramm

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Anlagenbauer Krones wird auch an den Standorten Rosenheim und Raubling Stellen abbauen
  • Michael Weiser
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Krones baut ab: In Deutschland fallen 500 Jobs weg, auch die Region Rosenheim ist betroffen. Schuld ist Corona: Der Anlagenhersteller für die Getränkeindustrie muss sparen und setzt auf „individuell ausgearbeitete“ Angebote.

Rosenheim – Die Mitarbeiter sind mittlerweile über den geplanten Abbau von 500 Stellen informiert, nun hofft Krones auf eine gute Resonanz auf seine Freiwilligenprogramme. 500 Stellen will der Anlagenhersteller für die Getränkeproduktion so allein in Deutschland möglichst sozialverträglich streichen. Auch die rund 1100 Beschäftigten von Krones in Rosenheim und Raubling erhalten diese Angebote, die den Ausstieg bei Krones beziehungsweise den Übergang in den Ruhestand erleichtern sollen.

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Josef Weitzer, Vorsitzender des Konzern- und des Gesamtbetriebsrats, trägt das Konzept der Freiwilligenprogramme ausdrücklich mit. „Natürlich sorgt auch dieses Programm möglicherweise für Unruhe in der Belegschaft“, sagte Weitzer auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. „Aber alle möglichen Alternativen sind wesentlich schlechter.“

Krones von Corona gebeutelt

Krones führt für den geplanten Stellenabbau die Corona-Pandemie und die daraus resultierende Wirtschaftskrise als Grund an. Bereits Ende Juli hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es das zweite Quartal mit Verlust abschließen werde. Auch in den Jahren zuvor waren Arbeitsplätze abgebaut worden. Stimmte damals bei vollen Auftragsbücher die Rendite nicht, so leidet Krones nun auch noch unter den Folgen von Corona.

Die Talsohle der Wirtschaft sieht die Konzernleitung weitgehend durchschritten, doch stabilisiere sich die Lage bis auf weiteres auf eher niedrigem Niveau,. Corona beschere „massive Auftragseinbrüche“, bestätigte Weitzer. In den vergangenen Jahren habe Krones viele Themen angegangen und den Konzern verschlankt, „bis hin zur Ausnutzung der natürlich Fluktuation und darüber hinaus einvernehmliche Aufhebungsverträge, auch schon auf rein freiwilliger Basis“, sagt der Betriebsratsvorsitzende.

Krones informiert Mitarbeiter per Video

Über den geplanten Stellenabbau waren die Mitarbeiter bereits am Dienstagnachmittag in einer Videobotschaft informiert werden. Zwischen Ende September und Ende November werden die Freiwilligenprogramme ausliegen, die Kollegen könnten das „Programm annehmen oder das Angebot zerreißen“, sagte Weitzer.

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Erstmeldung 15. September

Rosenheim/Raubling – Corona kontra Krones: Die Pandemie schadet den Geschäften von Krones, der Anlagenhersteller für die Getränkeindustrie plant daher, Personal abzubauen. 500 Arbeitnehmer werden in Deutschland ihren Job verlieren, weitere Stellen werden im Ausland abgebaut.

Dazu bietet Krones auch in seinen Werken in Rosenheim und Raubling, wo insgesamt rund 1100 Mitarbeiter beschäftigt sind, sogenannte Freiwilligenprogramme an.

Auftragslage wird sich so schnell nicht erholen

Nach Einschätzungen von Krones sei die Talsohle durchschritten, doch stabilisierten sich Eingänge der Aufträge Auftragseingang und Umsatz im internationalen Getränkemarkt nach den Worten einer Sprecherin nur auf „niedrigerem Niveau“.

Die Getränkehersteller reagieren mit einer „extremen Zurückhaltung bei ihren Investitionen“, was Krones für die nächsten drei, vier Jahre erheblich zu spüren bekommen werde.

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Krones hatte bereits Kurzarbeit

Krones setzt bereits auf Mittel wie Stundenreduktion, Abbau von Zeitarbeitnehmern sowie Kurzarbeit und verhängte einen Einstellungsstopp. Das aber werde nicht ausreichen, um den Personalbedarf an die Umsatzentwicklung in den kommenden Jahren anzugleichen. Man komme nicht umhin, Stellen abzubauen.

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Dies solle so weit wie möglich sozialverträglich geschehen. Dafür legt Krones Angebote auf, die Mitarbeitern den Ausstieg beziehungsweise den Übertritt in den Ruhestand finanziell absichern sollen. Dazu werden laut Sprecherauskunft „individuell ausgearbeitete Aufhebungsverträge“ angeboten. Zusätzlich erhalten Mitarbeiter, die 59 Jahre oder älter sind, Angebote für einen Eintritt in den Vorruhestand.

Programme werden im Spätherbst angeboten

Krones‘ Ziel: In allen deutschen Werken sollen 500 Stellen abgebaut werden. Krones beabsichtigt die Programme von Ende September bis Ende November anzubieten. Im Ausland wird es ähnliche Programme zum Stellenabbau geben. red/we

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