Trotzdem zufrieden: 2019 war ein schwieriges Jahr für die Sparkasse

Blicken auf ein schwieriges Jahr mit Wachstumszahlen zurück Markus Putz, Karl Straßer und Bernd Renschler, Vorstandsmitglieder der Sparkasse Altötting-Mühldorf.
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Blicken auf ein schwieriges Jahr mit Wachstumszahlen zurück Markus Putz, Karl Straßer und Bernd Renschler, Vorstandsmitglieder der Sparkasse Altötting-Mühldorf.

Die Sparkasse ist mit ihrer Bilanz des Jahres 2019 zufrieden, obwohl sie sich schon vor der Corona-Pandemie in einer Phase des Abschwungs befunden habe und es kein einfaches Jahr gewesen war.

Von Nicole Petzi

Altötting/Mühldorf – Die Sparkasse ist mit ihrer Bilanz des Jahres 2019 zufrieden, obwohl sie sich schon vor der Corona-Pandemie in einer Phase des Abschwungs befunden habe und es kein einfaches Jahr gewesen sei. Das erklärte Vorstandsvorsitzender Markus Putz bei der Vorlage der Bilanz. Er bezifferte die Bilanzsumme 2,9 Millionen Euro (plus 7,1 Prozent). Ziel für 2020 sei es, das Vorjahresniveau zu halten und wenn möglich die Drei-Millionen-Euro-Grenze zu knacken. „Ein ehrgeiziges Ziel. Aber ich bin optimistisch.“

Vor allem Kredite sind gewachsen

Besonders das Kundenkreditgeschäft sei 2019 um elf Prozent, also um 212 Millionen Euro, gewachsen – ein Rekordjahr, auch dank privater Baufinanzierung. Das betrifft auch die Darlehenszusagen, die um 14 Prozent erhöht werden konnten. Was das angeht, so Markus Putz, habe „2020 trotz Krise noch viele Geschäfte in petto“.

Nicht überraschend weniger gestiegen sind die Kundeneinlagen. Und was das Wertpapiergeschäft in einer stark schwankenden Phase des Aktienmarktes angeht, sei es eine Frage der Entwicklung, werde aber nach Dafürhalten des Vorstandsvorsitzenden auch nach der Krise laufen. 2019 stieg es um 18 Prozent.

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Unterm Strich: Die Sparkasse Altötting-Mühldorf möchte weiterhin ein „starker Kreditpartner“ bleiben bei einer auf rund 15 Prozent wachsenden Einlagenbasis; gesetzlich vorgegeben seien acht Prozent. „Wir setzen auf Nachhaltigkeit, nicht nur ökologisch, sondern auch sozial. Nicht umsonst sind wir Traditionsunternehmen seit 1853!“ Und das schätzen sowohl Privat- als auch Firmenkunden, was eine aktuelle Kundenumfrage erneut bestätigt – laut Bilanzbericht. Derzeit sind es rund 128 000 Kunden.

Stabile Verhältnisse auch in der Krise

Stabile Verhältnisse, die sollen auch während und nach der Pandemie-Krise in Bezug auf die Mitarbeiter bestehen. Zwölf Azubis wurden im September eingestellt; die ‚Mannstärke‘ soll auch in Zukunft mindestens gehalten werden. 450 Mitarbeiter sind es aktuell. „Wir setzen weiterhin auf unser Konzept der klassischen Ausbildung in Verbindung mit einem dualen Studium. Außerdem wird eine neue Runde des Nachwuchsförderprogramm gestartet.“

Ziel sei, die Nachwuchsmitarbeiter früh in Verantwortung zu bringen und an das Unternehmen zu binden. ‚Nachhaltig sozial‘ – nicht nur für die Kunden, sondern auch für die Mitarbeiter. Und um die habe man sich seit Beginn der Pandemie-Krise besonders gekümmert, um ihre Gesundheit trotz offener Filialen nicht zu gefährden.

Kudenbetreuer wegen Corona verteilt

Die Kundenbetreuer wurden verteilt, digitale Kommunikation zu Kunden verstärkt, Skype-Meetings und Homeoffice-Arbeitsplätze eingerichtet. Abgesehen von drei gut verlaufenen Fällen habe so ein größerer Ausbruch der Krankheit verhindert werden können. Auf diese Weise konnte die Bargeld- und Kreditversorgung ohne negative Konsequenzen für die Mitarbeiter aufrechterhalten werden.

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Sicher sei so eine Krise nicht absehbar gewesen, erklärte Putz. Dennoch lägen für solche Fälle Krisenszenarien in der Schublade. Man sei vorbereitet.

Auch den Kunden sei man in der Krise entgegengekommen: Rund 300 nahmen Tilgungsaussetzungen an, rund 90 Förderkredite mit einem Volumen in Höhe von 19 Millionen wurden gebilligt.

Panikreaktionen blieben aus

Davon abgesehen sei das Angebot digitaler Erreichbarkeit weiter ausgebaut worden. 70 Prozent der Kunden haben mittlerweile einen Online-Zugang, immer mehr nehmen darüber hinaus auch die digitale Beratung in Anspruch. „Am wichtigsten sei aber, das Vertrauen der Kunden zu halten, gerade in schwierigen Zeiten!“ Panikreaktionen im Zuge Corona-Beschränkungen habe Markus Putz nicht erkennen können. Obwohl in den ersten beiden Wochen verstärkt Bargeld an den Automaten abgehoben wurde, seien diese nicht leergelaufen. Alles also im grünen Bereich.

Corona habe das Geschäft verändert, gibt Markus Putz zu bedenken. Dazu kommt, dass die Auswirkungen der Wirtschaftskrise erst in ein paar Jahren sichtbar sein werden. Dennoch ist sich der Vorstandsvorsitzende sicher, dass die Sparkasse die Herausforderungen gut annehmen werde. Basis sei weiterhin enger Austausch mit den Kunden auf Basis gegenseitigen Vertrauens.

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